Die Kernspintomographie, auch Magnetresonanztomographie genannt (Abkürzungen MR, MRT, KST), ist ein Untersuchungsverfahren bei dem ebenfalls Schichtaufnahmen des menschlichen Körpers gewonnen werden. Dies geschieht jedoch nicht wie in der Computertomographie mittels Röntgenstrahlung, sondern unter Verwendung von starken Magnetfeldern und von elektromagnetischen ("Radio"-)Wellen.

Vorteile der MRT

Der bedeutsamste Vorteil der MRT liegt in dem Fehlen von Röntgenstrahlung. Gewebeschädigende Effekte - etwa vergleichbar der Röntgenstrahlung - sind bislang nicht bekannt geworden. Die Untersuchung kann daher auch während der Schwangerschaft durchgeführt werden; dabei bemühen wir uns aber - bis auf ausgesprochene Notfälle - die ersten 3 Monate zu vermeiden, da in dieser Zeit die Organbildung erfolgt. Hinsichtlich der Kontrastmittel darf auf dieses Stichwort verwiesen werden. Die Gewebekontraste sind bei der MRT deutlich besser als bei der CT. Deshalb werden Fragestellungen z. B. in den Weichteilen der Gelenke heute nur noch auf dem Wege der MRT abgeklärt. Während die Knochenrinde nur schlecht analysiert werden kann, lassen sich alle Prozesse, die das Knochenmark mit einbeziehen (z. B. bei einem Bruch oder bei einer Entzündung) ungleich empfindlicher als mit der CT erfassen. Kontrastmittel beeinflussen trotz geringerer Menge den Gewebekontrast ungleich intensiver als bei der CT.

Nachteile der MRT

Herzschrittmacher, Prothesen der Gehörknöchelchen, Granatsplitter in bestimmten Körperteilen oder andere metallhaltige Gegenstände im Körper sind als Gegenanzeigen zur MRT zu beachten!
Totalendoprothesen der Hüften oder Metalle in den Zähnen oder Knochen können zwar das Untersuchungsergebnis verschlechtern, sind aber nicht gefährlich. Trotzdem sollten Sie das Untersuchungspersonal immer über derartige Gegebenheiten informieren.

Die MRT braucht immer eine gewisse Gewebestärke. Feine Strukturen, wie z. B. das Lungengerüst, stellen sich im CT detailreicher dar.

Schalige Absprengungen vom Knochen und Strukturveränderungen im kompakten Knochen (Knochenrinde) sind mit der MRT schlechter als mit der CT zu erfassen.

Die MRT beansprucht meist mehr Zeit und Kooperationsfähigkeit des Patienten. Auf die Bedeutung dieser Faktoren wurde bei der Computertomographie bereits hingewiesen.

Patienten mit Neigung zur Angst in engen Räumen (Klaustrophobie) werden das Gerätegehäuse u. U. beängstigend finden. Die Gemeinschaftspraxis verwendet nur sog. Kurzmagnete, d.h. bis auf Untersuchungen des Schädels, der Halswirbelsäule und der Schulter liegt der Kopf des Patienten im Freien. Dennoch, wenn Sie unter Klaustrophobie leiden, empfehlen wir Ihnen, unsere Anmeldung zu informieren. Wir planen dann Ihre Untersuchung für die Abendstunden und geben Ihnen, sofern Sie damit einverstanden sind, ein angstlösendes Medikament (Anxiolytikum). Diese Mittel werden ausgezeichnet vertragen, ihre Wirkung ist durchschlagend. Fast alle Patienten mit schwergradiger Klaustrophobie haben uns immer wieder ermahnt, anderen Leidensgenossen die völlige Befreiung von derartigen Ängsten und die unbeschwerte Untersuchung zu berichten!!
Nach verbrachter Nacht ist die Wirkung vollständig abgeklungen. Sie sollten aber berücksichtigen, daß Sie am gleichen Tage in Ihrer Reaktionstüchtigkeit beeinträchtigt sein können. Daher muß Ihnen das Führen eines PKW leider untersagt werden.
Auch sollten Sie keine wichtigen Geschäftsaktivitäten für diesen Tag vorsehen.

Auf sog. Offene Magneten haben wir bewußt verzichtet, da wir nicht bereit sind, die damit verbundene Minderung der Bildgüte auf Grund der deutlich geringeren Magnetfeldstärke dieser Systeme zu akzeptieren. Wir haben stattdessen in unserem Standort Kelkheim einen 1,5 Tesla-Hochfeld-MRT mit speziellem Magnetdesign in einer Tageslichkabine installiert. Durch diesen sehr kurzen und weit offenen Magneten sowie die Tageslichtatmosphere sind MRT-Untersuchungen ohne Einschränkungen auch bei Patienten mit starker Klaustrophobie problemlos und ohne Medikamente möglich. Sollten Sie unter Platzangst leiden, so bitten wir dies bereits bei der Terminvereinbarung mitzuteilen, damit wir dies entsprechend bei der Terminierung berücksichtigen können.

Untersuchungsablauf

Bei der MR-Untersuchung werden Magnetfelder in streng programmierter Form geschaltet. Diese Schaltvorgange sind mit Lärm verbunden, der bei komplexen Aufgabenstellungen durchaus erheblich werden kann.
Sobald unsere Mitarbeiter Sie auf der Liege gelagert haben, werden Sie Ihnen daher Schallschutztampons für die Ohren anbieten. Sollte dies versehentlich nicht geschehen, bitten wir Sie höflich, diese anzufordern. Ausnahme von dieser Regel kann eine Untersuchung im Magnetresonanztomographen Magnetom Avanto sein, da bei diesem Gerät geräteseitig bereits eine erhebliche Reduktion der Geräuschentwicklung durch spezielle Dämmungen und Sequenzprotokolle erreicht wurde, so daß hier Schallschutztampons nicht zwingend notwendig sind.



Siemens Magnetom Avanto

Siemens Magnetom Avanto 



Abbildung eines Kernspintomographen

Falls eine KM-Applikation geplant ist, wird die in der Vene liegende Kanüle mit einem sog. Injektomaten verbunden, der Ihnen durch Steuerung von außen, das KM applizieren wird.
Danach werden sogenannte Spulen angelegt (dies sind gewissermaßen die Sendeeinrichtungen vergleichbar dem Rundfunk). Nach diesen Schritten, die Ihnen begleitend erläutert werden, teilen Ihnen unsere Mitarbeiter mit, daß Sie immer über Sprechfunk mit der Außenwelt verbunden sind. Zusätzlich erhalten Sie einen Ball, der mit dem Gerät verbunden ist, in die Hand. Dieser Ball, so wird Ihnen erklärt, gibt Ihnen, wenn Sie ihn zusammendrücken, die Möglichkeit, einen Signalton an der Bedienkonsole auszulösen, der unsere Mitarbeiter zum sofortigen Abbruch der Untersuchung veranlaßt. Sie werden gefragt, ob Sie das Gerät verlassen möchten und auf Ihren Wunsch sofort aus dem Gerät entfernt. Beachten Sie aber bitte, daß der zu diesem Zeitpunkt laufende Untersuchungsabschnitt nicht verwertet werden kann und gegebenenfalls wiederholt werden muß.
Danach werden Sie auf der Liege in das Gerät gefahren und die gute Verständigung über Sprechfunk wird abgefragt. Danach wird zunächst Stille herrschen; dies ist die Vorbereitungsphase. Dann werden einige vereinzelte klopfende Geräusche erfolgen und nach einer erneuten Pause wird dann mehr oder weniger lautes, rhythmisches Klopfen ertönen. Dies ist die Untersuchungsphase. Ein Rhythmuswechsel darf Sie nicht beunruhigen; dies kann Folge entsprechender Geräteprogrammierung sein.
Auch können Pausen auftreten z. B. wenn ein Wechsel der Abbildungsebene erfolgt. Sollte KM gegeben werden müssen, kommt es ebenfalls zu einer Pause, und die Mitarbeiter werden Ihnen mitteilen, daß der Injektomat das KM appliziert. Danach werden Sie gefragt, ob alles in Ordnung ist, und die Untersuchung geht weiter.

Die Güte der Untersuchung wird in aller erster Linie von Ihrer Kooperation geprägt; je ruhiger Sie liegen, desto besser die Qualität der Aufnahmen. Sie sollten, von wichtigen Mitteilungen abgesehen, nicht sprechen. Wenn Ihnen keine Atemkommandos erteilt werden, sollten Sie möglichst ruhig und gleichmäßig atmen. Bei Untersuchungen der Halsregion gilt es nach Möglichkeit nicht zu schlucken. Bei Untersuchungen des Kopfes empfiehlt es sich, die Augen geschlossen und unbewegt wie beim Blick geradeaus zu halten.

Abschluß der MRT-Untersuchung

Nach Abschluß der Untersuchung werden Sie aus dem Gerät herausgefahren, man wird Sie bitten, sich anzukleiden und erneut im Wartezimmer Platz zu nehmen.
Die notwendigen Filmdokumentationen werden angefertigt und sobald diese vorliegen, wird Ihnen das Ergebnis demonstriert. Dies kann etwa 15 bis 20 Minuten in Anspruch nehmen; sollten Sie nach 30 Minuten nichts gehört haben, fordern Sie bitte die Mitarbeiterinnnen an der Anmeldung auf, nach dem Grund der Verzögerung zu fahnden. Sollten Sie in Termindruck sein, bitten wir Sie die Anmeldung zu informieren.
Bitte verlassen Sie nicht die Praxis ohne einen Mitarbeiter zu informieren, da wir uns für Sie verantwortlich fühlen. Falls gewünscht, können Sie dann unmittelbar nach der Untersuchung die Praxis verlassen, allerdings mit dem zwar geringen Risiko, daß bei technischen Defekten oder falls sich bei Durchsicht der Aufnahmen ergibt, daß bestimmte, spezielle Aspekte eine Zusatzeinstellung erforderlich machen, eine Wiedervorstellung erforderlich wird.

Beim Abschlußgespräch haben Sie bitte Verständnis, wenn wir Ihnen keine detaillierten Auskünfte über Ihr Untersuchungsergebnis, die Prognose der bei Ihnen gefundenen Veränderungen und vor allem keine Therapieempfehlungen geben. Als Radiologen, die die Patienten nur kurz kennelernen, haben wir daher meist nur begrenzten Überblick über die klinische Problematik des Patienten. Diese Fragen sollten immer mit Ihrem behandelnden Arzt besprochen werden.

Für Ihre Kritik oder Anregungen zur weiteren Verbesserung des Praxisbesuchs und des Untersuchungsablaufes haben wir und das ganze Team immer ein offenes Ohr und danken Ihnen schon jetzt für Ihre Hilfe bei der Verbesserung der Patientenfreundlichkeit unserer Arbeit.