Die CT-gesteuerte epidurale/periradikuläre Therapie und die Facettentherapie sind seit mehreren Jahren eingeführte Behandlungsverfahren. Zielgruppe sind Patienten, bei denen degenerative Veränderungen (Verschleißerscheinungen) der Wirbelsäule vorliegen bzw. ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert wurde.

Unter computertomographischer Kontrolle wird eine dünne Nadel an das Wirbelgelenk (bei der Facettentherapie) bzw. in den Wirbelkanal (bei der epiduralen Therapie) vorgeschoben und das entsprechende Medikament injiziert. So kann eine hohe örtliche Wirkdosis an der Nervenwurzel bzw. der Gelenkkapsel erreicht werden. Diese Art von Behandlung wird im Abstand von 3-4 Wochen mehrfach wiederholt, in der Regel über einen Zeitraum von 4-6 Monaten. Der Einsatz der Computertomographie bei dieser Methode bedeutet neben erhöhter Sicherheit die Gewährleistung einer hohen Präzision bei jeder Behandlung. Die zur Therapie eingesetzten Instrumente sind exakt im Bild zu lokalisieren und zu kontrollieren.


Beispiel einer Epidural-Therapie

Planung der Punktion   Kontrolle der Nadelposition  Kontrolle nach Medikamentengabe 


Zur Therapie werden verschiedene Medikamente eingesetzt. Zum einen werden kurz wirksame und lang wirksame Lokalanästhetika (Mittel zur örtlichen Betäubung) , zum anderen ein örtlich wirksames Kortisonpräparat (Volon A) sowie eine geringe Menge von Kontrastmittel zur Dokumentation der Verteilung der Medikamente verabreicht. Da alle diese Medikamente örtlich wirksam sind, ist nur eine geringe Gesamtdosis erforderlich.

Bei etwa 70-80% der Patienten kommt es unter dieser Behandlung zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden bis hin zur völligen Symptomfreiheit. Normalerweise ist erst nach 2 - 4 Behandlungen mit einem Ansprechen der Therapie zu rechnen. Diese Wirkung hält nicht nur während der Therapiedauer an, sondern zeigt bei Nachkontrollen häufig auch nach Jahren anhaltende Wirkung.

Nach der Injektion können kurzfristig Taubheitsgefühl und Schwäche im Bein auftreten. Dies ist eine dosisabhängige Wirkung der örtlichen Betäubung und verschwindet normalerweise nach kurzer Zeit. Die örtliche Betäubung selbst kann Ihre Reaktionszeit verlängern, so daß Sie aus diesem Grund selbst nicht mit dem Auto fahren sollten. Insbesondere nach der epiduralen Therapie bitten wir Sie, für ca. 30 Minuten noch im Wartezimmer zur Überwachung zu verbleiben.

Nebenwirkungen neben den eben genannten sind relativ selten und normalerweise durch die verabreichten Medikamente bedingt. Die örtliche Betäubung und Kontrastmittel können zu allergischen Reaktionen führen. In seltenen Fällen kommt es dabei zu Schockreaktionen, die notfallmäßig therapiert werden müssen. Bei der niedrigen Dosis des Kortisonpräparates kommt es nicht zu dauerhaften Nebenwirkungen.

Als mögliche Nebenwirkungen können auftreten:
Wadenkrämpfe, geringe Gewichtszunahme, Blutzuckeranstieg, geringer Anstieg des Blutdrucks, Akne, vermehrte Brüchigkeit kleiner Gefäße mit Auftreten von blauen Flecken und Zyklusstörungen bei Frauen.
Bei Menschen, die zu Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren neigen, kann es in seltenen Fällen zum Wiederauftreten von diesen Geschwüren kommen. Aus diesem Grund sollte eine entsprechende Therapie zum Schutz der Magenschleimhaut mit Säureblockern eingeleitet werden. Sollten Sie eine Lungenembolie durchgemacht haben, sprechen Sie bitte mit uns darüber, da in Ausnahmefällen die Bildung von Thrombosen nach Kortisongabe begünstigt wird. Selten sind auch, insbesondere bei Patienten mit Fehlbildung des Rückenmarks, eine Lähmung sowie eine Verletzung des Durasackes möglich. Durch die Punktion selbst ist es möglich, daß kleinere Blutungen im Stichkanal mit der Folge von blauen Flecken auftreten. Auch sind Entzündungen denkbar, wurden von uns jedoch nie beobachtet. Bei bestehender Möglichkeit einer Schwangerschaft im Zeitraum der gesamten Behandlung, bitten wir Sie uns sofort darüber zu informieren.