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Positronen-Emissions-Tomographie |
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Wer kann untersucht werden?
Dieses hochmoderne, nuklearmedizinische Verfahren kann Patienten aus dem Bereich der Sozialversicherung (AOK, BEK, DAK, TKK, BKK) leider nur nach Befürwortung durch den Ärztlichen Dienst der Krankenkassen angeboten werden, da es mit enormen Kosten verbunden ist. Dennoch darf jeder Patient davon ausgehen, daß der ärztliche Dienst diese Anträge sorgfältig prüfen wird. Privatversicherte Patienten können ohne weitere Hürden dieser Untersuchung zugewiesen werden.
Wo und durch wen findet die Untersuchung statt?
Die Ärzte der Gemeinschaftspraxis bieten dieses Verfahren nicht persönlich an, sondern in Zusammenarbeit mit der nuklearmedizinischen Abteilung der Universitätsklinik Frankfurt (Leiter: Prof. Grünwald) . Durch entsprechende Weiterbildungskurse sind die Ärzte der Gemeinschaftspraxis jedoch in der Indikationsstellung für die PET geschult. Ein intensiver Austausch unter den Ärzten der Klinik für Nuklearmedizin und den Ärzten der Gemeinschaftspraxis wird seit vielen Jahren gepflegt, da zahlreiche von der Gemeinschaftspraxis gefertigte CT- und MRT-Untersuchungen Anlaß oder Grundlage einer PET-Studie waren und sind.
Wie funktioniert die PET?
Bei der ganz überwiegenden Mehrzahl der Fragestellungen stützt sich die PET auf den Umstand, daß in Krebszellen der Zuckerstoffwechsel gestört ist und dadurch eine gegenüber gesundem Gewebe deutlich gesteigerte Zuckeraufnahme resultiert. Durch radioaktive Markierung bestimmter Zuckermoleküle kann diese vermehrte Aufnahme mit geeigneten Detektoren registriert werden. Mit der heute üblichen Technik werden dabei vom Computer Schichten aus jeder gewünschten Ansicht (links, rechts, oben, unten, vorn und hinten) berechnet. Diese Schichten zeigen durchaus eine Menge anatomischer Details, ihr Hauptaugenmerk zielt dennoch auf die Abbildung von Stoffwechselprozessen und deren Intensität.
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PET-Scanner (Siemens ECAT Exact 47) |
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Mit dieser Perspektive hebt sich die PET von der CT grundsätzlich ab, da die CT nur die Gestalt der Organe und gegebenenfalls die bildlichen Konsequenzen eines gestörten Stoffwechsels erfassen kann, z.B. die Erweichung eines Hirnareals nach einem Schlaganfall. In der MRT sind zwar mit der sog. Spektroskopie Aussagen zum Stoffwechsel möglich; z.Zt. bleiben diese Ansätze jedoch sehr speziellen Fragestellungen vorbehalten.
Chirurg und Strahlentherapeut werden aber erst tätig, wenn sie genau wissen, ob und auf welchem Wege das Skalpell oder der Röntgenstrahl an diese Veränderung herangebracht werden können und mit welchen Organen in der Nachbarschaft zu rechnen ist. Daher wird nach auffälliger PET meist noch eine CT oder auch eine MRT angefertigt.
Häufiger dürfte z.Zt. die umgekehrte Problemlage vorliegen: In der CT oder der MRT findet sich eine abnorme Formation, z.B. ein Knoten in der Lunge oder ein vergrößerter Lymphknoten und dann steht, zumal wenn in der Krankengeschichte eine bösartige Vorerkrankung vorkommt, die schwere Entscheidung an: harmlos oder nicht. Bei gesteigertem Stoffwechsel in der PET wird man kaum von einem gutartigen Ursprung ausgehen dürfen und die Therapie auf diese bedauerliche Tatsache einzustellen haben.
Wann sollte die PET eingesetzt werden?
Hier wurden im Rahmen einer Konsensuskonferenz, d.h. unter Verwendung der klinischen Erfahrungen und Forschungserkenntnisse bedeutender deutscher Nuklearmediziner verschiedene Indikationsklassen erstellt, die gewissermaßen Leistungsfähigkeit und Erfolgsaussichten der PET wie eine alte Schulnote beschreiben. Dabei wurden die verschiedenen untersuchten Erkrankungen nach Einsatzmöglichkeiten der PET in die Gruppen 1 (angemessen) bis 4 (ohne nachgewiesenen Nutzen) eingeteilt. Eine Einstufung nach 1 a oder 1 b weist dabei auf einen grundsätzlich anerkannten, auch wissenschaftlich belegten Nutzen der Methode bei der entsprechenden Erkrankung hin. Die Einstufung 2 - 3 bedeutet zusammengefaßt, daß entweder ein klinischer Nutzen auf Basis derzeitiger Erkenntnisse tatsächlich nur in Einzelfällen vorliegt (2) oder die aktuellen wissenschaftlichen Daten für eine günstigere Einstufung nicht ausreichen (3). In den Klassen 2 und 3 bedeutet dies nicht eine pauschale Nutzlosigkeit der Methode, erforderlich ist vielmehr eine individuelle sehr genaue Indikationsstellung. Umgekehrt bedeutet aber auch eine Einstufung nach Klasse 1a nicht die zwingende Notwendigkeit zur Durchführung einer PET-Untersuchung. Bei Einstufung in Klasse 4 ist die Untersuchung meistens ohne klinischen Wert (aus grundsätzlichen Überlegungen oder bei gesicherter Datenlage).
Die derzeitigen Indikationen der Indikationsklassen 1 a und 1 b sowie 2 a und 2 b sind hier tabellarisch aufgezählt:
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I a - Indikationen |
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differenzierte Schilddrüsenkarzinome: bei vermutetem Rezidiv und unauffälliger Jod-Diagnostik
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kolorektale Karzinome
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Kopf-Hals-Tumoren: Tumorsuche bei unbekanntem Primärtumor und sonst unauffälliger Bildgebung (CUP-Syndrom; cancer of unknown primary)
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Malignes Melanom: Stadium II und III zur Metastasensuche
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nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom: zum Lymphknotenstaging; zur Abklärung eines Lungenherdes auf evtl. Bösartigkeit
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Pankreaskarzinom (Karzinom der Bauchspeicheldrüse)
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I b - Indikationen |
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differenzierte Schilddrüsenkarzinome: bei jodspeicherndem Rezidiv, wenn ein Einfluß auf die Therapie zu erwarten ist
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kolorektale Karzinome: Kontrolle nach Chemotherapie
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Kopf-Hals-Tumoren: zum Lymphknotenstaging bei resektablem Primärtumor
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Maligne Lymphome: zum Primärstaging; zur Detektion eines Resttumors nach Therapie
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nicht-seminomatöse Keimzelltumoren des Mannes (Hodenkarzinome): zur Therapiekontrolle (außer Teratom)
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Pankreaskarzinom: zum Nachweis eines Lokalrezidives bei therapeutischer Option
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II a - Indikationen |
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Onkologische Indikationen
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Blasen-Karzinom: Lymphknotenstaging
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Hirn: präoperative Funktionsdiagnostik, Therapiekontrolle
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Kolorektale Karzinome: Therapiekontrolle z.B. nach Strahlentherapie
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Kopf-Hals-Tumore: Lokalrezidiv mehr als 3 Monate nach Bestrahlung
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Maligne Lymphome: Restaging, Rezidivdiagnostik
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Mamma-Karzinom: Primärtumor, Lokalrezidiv, Lymphknotenstaging, Fernmetastasen, Therapiekontrolle
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Nicht-kleinzelliges Bronchial-Karzinom: Therapiekontrolle
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Nicht-seminomatöse Keimzelltumore des Mannes: Lymphknoten-Staging, Restaging
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Ovarial-Karzinom: Rezidiv/Restaging
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Kardiologische Indikationen:
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Quantitative Messung der Koronarreserve
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Erkennung einer Vaskulopathie bei Herztransplantationspatienten
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Neurologische Indikationen:
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Zerebrovaskuläre Erkrankungen: Selektion von Patienten, die möglicherweise von einer chirurgischen Intervention profitieren
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Kindliche Epilepsien: Lennox-Gastaut-Syndrom, Sturge-Weber-Syndrom, Tuberöse Sklerose, Hemimegaenzephalie, Landau-Klettner-Syndrom
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Demenzen: Frühdiagnose dementieller Erkrankungen und Monitoring von Therapieprogrammen bei M. Alzheimer
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Basalganglienerkrankungen: Monitoring des Effektes einer Therapie der Wilsonschen Erkrankung
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II b-Indikationen |
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Onkologische Indikationen
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Blasen-Karzinom: Fernmetastasen, Therapiekontrolle
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Differenzierte Schilddrüsenkarzinome: Lymphknoten-Staging, Therapiekontrolle
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Endokrine/Neuroendokrine Tumore
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Gynäkologische Tumore (außer Mamma-Karzinom)
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Kolorektale Karzinome: Primärstaging vor Primärtumor-OP
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Kopf-Hals-Tumore: Lymphknoten-Staging bei nicht-resektablem Primärtumor, Zweitkarzinom, Therapiekontrolle
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Maligne Lymphome: frühe Therapiekontrolle > 6 Wochen
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Malignes Melanom: Therapiekontrolle
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Mamma-Karzinom: Fernmetastasen, außer bei Hochrisikopatientinnen (in diesem Fall IIa-Indikation)
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Nicht-kleinzelliges Bronchial-Karzinom: Fernmetastasen
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Nicht-seminomatöse Keimzelltumore des Mannes (Teratom)
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Nierenzell-Karzinom: Lokalrezidiv, Fernmetastasen
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Ovarial-Karzinom: Primärtumor, Fernmetastasen, Peritonealkarzinose, Therapiekontrolle
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Pankreas-Karzinom: Lymphknotenstaging, Fernmetastasen
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Prostata-Karzinom: Lokalrezidiv
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Seminom: Lymphknotenstaging, Therapiekontrolle
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Kardiologische Indikationen
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Dilatative Kardiomyopathie
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Darstellung der kardialen Innervation
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Neurologische Indikationen
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Depression: Voraussage des therapeutischen Ansprechens einer Depression, Determinierung der Ätiologie von affektiven Erkrankungen und Voraussage des Risikos eines Rezidivs
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Demenzen
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Evaluierung neuer medikamentöser Therapiestrategien bei einem M. Alzheimer
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Wie hoch ist die Strahlenbelastung einer PET? |
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Die Strahlenexposition (Äquivalentdosis) liegt für das in der Regel verwendete F-18-FDG bei ca. 10 mSv und somit in etwa in der Größenordnung einer Computertomographie des Brustraums oder auch dem ca. 3-4-fachen der durchschnittlichen jährlichen natürlichen Strahlenexposition. Sie liegt deutlich unter der Höchstdosis für die Untersuchung von Patienten.
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Bewertungskriterien Neuro-PET und Onko-PET |
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Aktuelle und ausführliche Aufstellungen der Bewertungskriterien für Neuro-PET und Onko-PET finden Sie hier über den Link zur Homepage der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin:
Bewertungskriterien Neuro-PET
Bewertungskriterien Onko-PET
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