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Seine Bedeutung und seine Nebenwirkungen
Kontrastmittel (abgekürzt KM) werden bei der CT und der MRT entweder getrunken oder in eine Vene gespritzt; bei Gelenkuntersuchungen manchmal auch in ein Gelenk, bei solchen des Rückenmarkkanals in den Spinalkanal der Lendenwirbelsäule gespritzt.
Trinkkontrastmittel
Kontrastmittel, die getrunken werden, sollen helfen, den Darm gegen andere Organe (z. B. Lymphknoten) besser abzugrenzen. Da der Darm recht lang ist und sich beim Transport von Essen und Trinken nicht aus der Ruhe bringen läßt, dauert es bei Untersuchungen der Oberbauchorgane etwa 15 bis 30 Minuten und bei den Beckenorganen mindestens 40 Minuten bis das KM die interessierenden Darmbereiche kontrastieren kann. Wenn Sie also vor dieser Zeit nicht zur Untersuchung aufgerufen werden, liegt das nicht an einer schlechten Terminierung der Untersuchung, sondern an der unerschütterlichen Gelassenheit der Bewegungsabläufe Ihres Darmes. Im Interesse der Sicherheit und Güte Ihrer Untersuchungen sollten Sie sich bemühen, in dieser Zeit das KM möglichst langsam und gleichmäßig zu trinken. Sollten Sie vor Beginn der Untersuchung fertig sein, lassen Sie sich bitte noch etwas nachgeben; andererseits sollten Sie keine großen Reste übrig lassen (der Toleranzbereich entspricht +/- 1/4 Becher).
Manchmal kann es zu leichtem Durchfall kommen; dies kommt von der für den Darm ungewöhnlichen Flüssigkeitsbelastung, ist aber harmlos und klingt sehr schnell wieder ab. Sollten Sie unter Darmreizungen leiden, informieren Sie bitte das Anmeldungs- oder Untersuchungspersonal, da hier eine individuelle Abstimmung erforderlich werden kann. Dies gilt auch für Träger eines künstlichen Darmausganges (Anus praeter oder Ileostoma).
Bitte stellen Sie sich daher bei diesen Untersuchungen auf den geschilderten Zeitbedarf für die Vorbereitung ein! Im Interesse der diagnostischen Qualität kann er nicht verkürzt werden!
Intravenöse Spritzkontrastmittel (i.v. KM)
Diese KM helfen uns, Gefäße zu erkennen, durchblutete von nicht durchbluteten Veränderungen zu unterscheiden (z.B. eine Zyste gegen einen Tumor zu differenzieren) oder auch Veränderungen in der Durchblutung zu erfassen (z.B. gesundes gegen tumoröses Gewebe abzugrenzen). In der Röntgendiagnostik und somit auch in der CT werden als Spritzkontrastmittel jodhaltige Substanzen verabreicht (CT-KM), in der MRT enthalten diese Substanzen statt dessen in aller Regel Gadolinium (MR-KM).
Die Aussagekraft von CT und MRT wird durch Kontrastmittel erheblich, manchmal entscheidend gesteigert !!!
Verträglichkeit - Unverträglichkeit - Nebenwirkungen - Allergie
Die Spritzkontrastmittel in der MRT werden in der Regel besser toleriert als die der CT; außerdem werden in der MRT sehr viel kleinere Volumina benötigt. Es kann durchaus sein, daß Patienten CT-KM schlecht vertragen, MR-KM dagegen völlig problemlos tolerieren. Wenn Sie unangenehme Erfahrungen mit CT-KM haben, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder uns, damit die Frage geprüft werden kann, ob Ihr diagnostisches Anliegen auch mit der MRT geklärt werden kann. Bei Funktionsstörungen der Schilddrüse, nicht aber bei der einfachen Vergrößerung, der Struma, sollten jodhaltige KM nur nach ausdrücklicher Erlaubnis durch Ihren Arzt oder nach entsprechender Vortherapie angewendet werden. Die MR-KM sind in dieser Hinsicht gefahrlos, da in ihnen kein Jod enthalten ist.
Die KM-Gabe kann je nach Fragestellung langsam, schnell oder sehr schnell erfolgen. Sehr schnelle Applikationen brauchen wir z. B. bei Gefäßdarstellungen (Angiographie), schnelle für die Diagnostik mancher Tumoren, langsame für Prozesse mit verzögerter KM-Aufnahme.
Bei schnellen und vor allem sehr schnellen KM-Gaben muß aus rein physikochemischen Gründen mit einer Hitzeempfindung gerechnet werden. Diese darf Sie nicht beunruhigen. Für die Untersuchung ist es sehr wichtig, daß Sie trotzdem ganz ruhig liegen bleiben.
In seltenen Fällen kann die KM-Gabe jedoch Unverträglichkeits- und ganz selten allergische Reaktionen auslösen. Unverträglichkeitsreaktionen äußern sich in Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen, flüchtigem Hautausschlag. Sie gehen rasch vorüber und lassen sich auch medikamentös wirksam bekämpfen. Zur Minderung des Übelkeitsrisikos und zur Verhinderung von Brechattacken, empfehlen wir 2 Stunden vor der Untersuchung nichts zu essen und zu trinken.
In extrem seltenen Ausnahmefällen (weniger als 1:100 000) kann es auch zu schweren, lebensbedrohlichen Reaktionen kommen, bei denen sogar die Todesfolge nicht absolut ausgeschlossen werden kann.
Warum empfehlen wir dennoch so oft die Gabe von Kontrastmitteln?
Weil wir glauben, daß wir der(m) Patientin(en) eine angemessene Risikoaufklärung schulden. Das Risiko, ohne KM einen bedeutsamen (unter Umständen auch lebensbedrohlichen!) Befund zu übersehen, ist nach unserer Auffassung und nach Meinung der Literatur viel höher als das Risiko der schweren allergischen Reaktionen.
Für uns sind Ihre ausführlichen Angaben über bekannte allergische Reaktionen oder andere Erkrankungen, die das KM-Risiko beeinflussen, von höchster Wichtigkeit. Durch angemessene Vorbereitungen und manchmal auch durch eine antiallergische Vortherapie kann das Risiko einer KM-Reaktion erheblich gesenkt werden. Andererseits führen bestimmte Formen einer derartigen Vortherapie zu einer verminderten Verkehrstüchtigkeit!
Das Kontrastmittel selbst hat, wenn es komplikationsfrei vertragen wurde, keine Beschränkungen (Verkehrstauglichkeit, Essen, Trinken, Sport) zur Folge.
Helfen Sie uns bitte, Risiken für Sie zu vermeiden durch sorgfältiges Ausfüllen des Fragebogens, der Ihnen von unserer Anmeldung vorgelegt werden wird. Wenn Sie nicht sicher sind, die Fragen richtig zu verstehen, wenden Sie sich bitte an unsere Anmeldungsdamen, die Ihnen gerne beim Ausfüllen des Formulars behilflich sind.
Unser Personal wird in regelmäßigen Abständen in der Behandlung von KM-Zwischenfällen und in der Schocktherapie unterwiesen. Unsere Notfallausrüstung wird von zertifizierten Institutionen überprüft.
Kontrastmittel für den Wirbelsäulenkanal
Diese Kontrastmittel werden nur noch selten gegeben. Hierbei sitzt der Patient vornübergeneigt auf dem Untersuchungstisch. Nach Sterilisation der Haut wird eine feine Nadel in der Regel zwischen den Dornfortsätzen des 3. und 4. Lendenwirbels in den Spinalkanal vorgeschoben (Dort findet sich kein Rückenmark mehr. Der manchmal gebrauchte Ausdruck Rückenmarkspunktion ist daher grundlegend falsch!).
In der Hand des Geübten schmerzt diese Punktion nicht mehr als eine Spritze in den Muskel! Auch hier sind aber Angaben zur allergischen Disposition und insbesondere zu einer evtl. Jodallergie streng zu beachten! Danach wird das KM gegeben und die Nadel wird entfernt. Um eine gleichmäßige Durchmischung mit dem Hirn-Rückenmarkswasser zu erreichen, bleibt der Patient zunächst etwa eine halbe Stunde liegen, bevor mit der Untersuchung begonnen werden kann.
Auch nach der Untersuchung sollte der Patient für den Rest des Tages liegen (bitte berücksichtigen Sie dies bei Ihrer Terminplanung!), da dann die Verluste von Hirnwasser durch den Punktionskanal am geringsten sind. Der Gang zur Toilette oder andere notwendige kurze Aufrichtungen sind aber unproblematisch! Am Folgetage können wieder alle normalen Aktivitäten aufgenommen werden. Kopfschmerzen, die früher nach solchen Maßnahmen auftreten konnten, sind heute selten geworden und gehen rasch vorüber.
Kontrastmittel für Gelenke
Wir unterscheiden die sog. direkte oder indirekte Arthrographie (Gelenkdarstellung).
Bei der direkten Arthrographie wird KM in das Gelenk gespritzt. Da die Gelenkkapsel gut von Nerven versorgt wird, erfolgt die Punktion zur Vermeidung unnötiger Schmerzen in Lokalanästhesie. Jeder Schritt wird mit Ihnen besprochen und sofern keine Besonderheiten vorliegen (z. B. schwerer Verschleiß) gelingt die Punktion einfach und weitgehend schmerzfrei. Anschließend wird das Gelenk durchbewegt, um eine gute Benetzung der Gelenkinnenhaut zu erreichen. Danach erfolgt die Untersuchung (CT oder MRT). Nach der Untersuchung empfehlen wir, das Gelenk immer wieder zu bewegen, um die Resorption zu fördern; von schweren Belastungen am Untersuchungstage raten wir aber ausdrücklich ab.
Bei der indirekten Arthrographie geben wir das Kontrastmittel in eine Vene. Anschließend wird das Gelenk, das untersucht werden soll, für 10 - 20 Minuten kräftig bewegt und belastet, um eine vermehrte Durchblutung und eine Abscheidung von Serum aus dem Blut in die Gelenkhöhle zu erreichen. Da dieses Serum auch Spuren des KM mit sich trägt, kommt es zu einer geringen, oft genug aber ausreichenden Kontrastierung der Gelenkbinnenstrukturen. Bei dieser Untersuchung kann das Gelenk nach der Untersuchung völlig normal belastet werden.
Sowohl bei direkter wie auch bei indirekter Arthrographie gelten die Vorsichtsmaßnahmen hinsichtlich der Allergie.
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