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Die Tumornachsorge sucht durch regelmäßige und standardisierte Kontrolluntersuchungen den Therapieerfolg zu objektivieren und, falls Rezidive auftreten, diese möglichst früh zu erfassen, um sie einer erneuten oder modifizierten Therapie zuzuführen. Hierbei gelten für die einzelnen Organe oder Organsysteme eigene Rhythmen, die durch statistisch-wissenschaftliche Analyse von Kontrollkollektiven als optimal ermittelt wurden. Die regelmäßige Wiederkehr derartiger Untersuchungen, nicht selten auch nach stattgehabter Radiotherapie, erfordert eine sorgfältige Abwägung der Vorteile der Nachsorge gegen strahlenhygienische Aspekte. Daher sollte immer versucht werden, Nachsorgeuntersuchungen mit strahlenfreien Methoden (Ultraschall oder MRT) durchzuführen. Zu bedenken ist aber, daß die meisten Nachsorgeprotokolle mit der CT erarbeitet wurden und daß nur für sie die wissenschaftlich gesicherten Nachsorgedaten existieren.
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Gehirn |
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Die Nachsorge erfolgt meist mit Hilfe der MRT; nur wenn es um hochaufgelöste Darstellung einer Knochenbeteiligung geht, sollte auf die CT zurückgegriffen werden. Die Kontrollintervalle richten sich nach der Art des Tumors und nach dem Ergebnis der neurologischen (neurochirurgischen) Nachsorgeuntersuchung. Nicht immer gelingt es, Konsequenzen einer stattgehabten Radiotherapie gegen ein Tumorrezidiv abzugrenzen. In manchen Fällen wird man daher neben diesen Methoden auch auf die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zurückzugreifen haben.
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Nasennebenhöhlen |
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Indikationen zur Kontrolle, deren Rhythmik und die angewandte Methode sollten mit dem onkologischen HNO-Chirurgen oder dem Onkologen abgestimmt werden. Bei schlecht stillbarem Bluten aus der Nase, bei Mißempfindungen oder Druckgefühl in den Nasennebenhöhlen oder im Gesichtsbereich sowie bei nervalen Funktionsausfällen sollte sofort der betreuende Arzt aufgesucht werden, um die Notwendigkeit weiterer Diagnostik abzuklären.
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Hals |
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Die Nachsorge von Schilddrüsentumoren erfolgt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auf dem Wege der Sonographie und der Szintigraphie. Die Differenzierung von postoperativer Narbenbildung gegen erneut auftretendes Tumorgewebe (z.B. im Rahmen eines Tumors der Rachen- oder Mundbodenregion) gelingt mit der MRT sensitiver. Zu beachten bleibt aber, daß die MRT höhere Anforderungen an die Kooperationsfähigkeit der(s) Patientin(en) stellt. Bei stärker beeinträchtigtem klinischem Gesamtzustand, höherem Alter, Atemschwierigkeiten, psychischer Alteration etc. wird man daher nicht selten mit der CT erfolgreicher sein. Der Nachweis vergrößerter Lymphknoten kann mit Ultraschall erfolgen. Zum Staging, d.h. zur systematischen Beschreibung und quantitativen Erfassung, sind MRT und CT vorzuziehen. Die Auswahl dieser Methoden wird unter Berücksichtigung von Kontraindikationen, Alter und vermuteter Häufigkeit der Untersuchungen beeinflußt werden.
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Thorax und Lunge |
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Bronchialkarzinom
Die Kontrollintervalle richten sich nach dem Stadium des Erstbefundes und dem Tumorzelltyp. Bei sonst regelrechtem klinischem Verlauf wird im Durchschnitt in den ersten 2 Jahren ein halbjähriges Intervall, anschließend ein einjähriges Intervall zu empfehlen sein. Als Methode ist die CT vorzuziehen, da Lungengewebe wegen seiner Struktur und seines Gasgehaltes im MRT nur unzureichendes Signal vermittelt. Lediglich bei Beteiligung der Brustwand ergeben sich Indikationen zur MRT. Auch bei schwierigen Lagebeziehungen zu den Organen des Mittelfeldes (Mediastinum) kann der Einsatz der MRT hilfreich sein.
Lymphome
Die Kontrollen richten sich nach dem Lymphomtyp und sind am Rat des betreuenden Onkologen auszurichten. Dies gilt insbesondere für die Effizienzkontrolle von Therapiemaßnahmen (Therapiemonitoring). Die Lymphome selbst können mit der MRT gut dargestellt werden. Da aber fast alle lymphatischen Systemerkrankungen auch die Lunge befallen können, wird man der CT den Vorzug einräumen. Als empfindlichste Methode, die restliche Tumoraktivität in einem vergrößerten Lymphknoten zu bestimmen, hat sich die PET-Untersuchung bewährt.
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Brustdrüse (Mamma) |
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Umfang und Rhythmus und Art der Nachsorgeuntersuchungen sind mit dem Onkologen abzustimmen, da auch hier das Ausgangsstadium, der Tumorzelltyp und viele andere Faktoren bei jeder Patientin individuell gewichtet werden müssen. Bei beginnender Metastasierung in Lunge und Lymphknoten kann die PET große Dienste leisten, da nur sie Lymphknotenvergrößerungen nach Entzündungen gegen solche eines Tumorbefalls abzugrenzen vermag. Die restliche Brust sollte sorgfältig regelmäßig nachuntersucht und mammographiert werden, da das Risiko einer erneuten Manifestation größer als in der Normalbevölkerung ist. Unklare Mammographiebefunde in der onkologischen Nachsorge sollten rigoros geklärt werden; hier kann die MRT wichtige Zusatzinformationen liefern.
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Bauchraum (Abdomen) |
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Magen-Darm-Trakt
In der Regel erfolgt die Nachsorge durch die CT, da sie Luft im oder außerhalb vom Darm präzise erfassen kann, da die Kontrastierung des Darmes standardisiert und problemlos gelingt. Dadurch sind Darmschlingen und Lymphknoten sicher gegeneinander zu unterscheiden. Der Nachweis einer Metastasierung in die Oberbauchorgane gelingt im Umfeld anderer Methoden mit befriedigender Sensitivität, so daß sie zumindest in der Routinenachsorge bislang nicht durch andere Methoden verdrängt werden konnte.
Leber
Die bösartigen Tumoren des Dickdarmes spielen bei Patienten ab der 6. Lebensdekade eine sehr bedeutsame Rolle. Ihre Häufigkeit nimmt zu und sie metastasieren bevorzugt in die Leber. Überhaupt stellt die Leber eines der bedeutendsten Metastasenfilter dar, so daß sie bei vielen Primärtumoren der oberen Abdominalorgane zum Abklärungsprogramm gehört. Aus den o.g. Gründen gilt die CT auch hier als Routinemethode, die in unklaren Fällen durch MRT und in letzter Zeit auch zunehmend durch PET ergänzt wird.
Bauchspeicheldrüse
Leider sind diese Tumore prognostisch sehr ungünstig. Wenn eine Entfernung im Gesunden gelingt, sollten zunächst halbjährliche, später jährliche Kontrollen der Bauchregion mit besonderer Berücksichtigung des Oberbauches durchgeführt werden. Als Routinemethode ist die CT anzusehen; in der Pankreasloge selbst kann wegen des besseren binnenstrukturellen Auflösungsvermögens auch die MRT erforderlich werden.
Nieren
Nach Operation eines Nierentumors richten sich die Nachsorgeuntersuchungen am Stadium der Ersterkrankung aus. Organe, die besondere Beachtung verdienen, sind Leber, Nierenbett, Lunge, Nebennieren, regionale Lymphknotenstationen und Skelettsystem. Als Nachsorgemethode wird in der Regel die CT eingesetzt; die Nachsorge mit der MRT erscheint aber in gleicher Weise möglich.
Lymphome
Hier gelten die gleichen Bedingungen, wie sie für die thorakalen Lymphome berichtet wurden.
Blase
Zu untersuchen sind die Abflußverhältnisse der Nieren. Auf Zweitmanifestationen ist zu achten, da sie nach einem Ersttumor in den ableitenden Harnwegen (Nierenbecken, innerer Harnleiter, Blase) Zweittumoren sehr viel häufiger als bei der Normalbevölkerung auftreten. Ferner sind die regionalen Lymphknotenstationen zu prüfen, das Blasenbett und bei einer Ersatzblase auch deren Wandung. Die Nachsorge erfolgt meist mit CT.
Prostata
Die Nachsorgeuntersuchungen sind mit dem Hausarzt oder dem betreuenden Onkologen abzustimmen, da der Einsatz bildgebender Nachsorgediagnostik vom Stadium, vom Zelltyp und von den Ergebnissen der Labordiagnostik bestimmt wird. Im allgemeinen wird die CT eingesetzt, für die Diagnostik der Prostataloge sollte aber die MRT herangezogen werden.
Hoden
Diese Tumoren zeigen eine bevorzugte Metastasierung in die Lymphknoten. Da hier je nach Tumortyp u.U. sehr enge Kontrollintervalle eingehalten werden müssen, empfehlen manche Institutionen, aus Strahlenschutzgründen die MRT einzusetzen. Wir schließen uns dieser Empfehlung an, da alle Argumente der Leistungsfähigkeit für zumindest gleich gute, wahrscheinlich sogar bessere Erfassungsraten von Rezidiven sprechen. Wir müssen aber darauf hinweisen, daß gesicherte Daten zur Effizienz der Nachsorge angesichts der erforderlichen Beobachtungszeiträume nur für die CT vorliegen, während sie für die MRT allenfalls in Vorbereitung sind. Eine eventuelle Lungenmetastasierung kann nur mit CT oder mit PET nachgewiesen werden.
Gebärmutter und Eierstöcke
Für beide Organe liefert die MRT eine ungleich bessere Auflösung der Binnenstruktur als die CT. In der Empfindlichkeit des Nachweises sekundär in Mitleidenschaft gezogener Lymphknoten zeigt die Literaturübersicht, daß die Mehrzahl der Autoren leichte Vorteile für die CT erkennt. Bei Fragen, die in erster Linie die Situation des Tumorbettes klären sollen, empfehlen wir die MRT; geht es dagegen um ein komplettes Restaging (d.h. Tumorbett und Metastasierungsziele; z.B. Lymphknotenstationen) sollte auf die CT zurückgegriffen werden. Bei Einbeziehung der Lunge kommen ebenfalls CT und ggf. PET zum Einsatz.
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Melanome |
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Wohl kaum eine Tumorart hat in ihrer Erfassung und Nachsorge eine derart grundlegende Änderungen erfahren wie das Melanom. Die PET zeigt überlegene Leistungfähigkeit, allerdings werden ihre Möglichkeiten in erheblichem Maße durch ökonomische und sozialrechtliche Randbedingungen (Genehmigungspflicht für Sozialversicherte durch den ärztlichen Dienst) eingeschränkt, so daß auch hier CT und MRT zum Einsatz kommen (diese Differenzierung und die Zeitabstände zwischen ihnen werden mit Hausarzt und Onkologen abzustimmen sein).
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Patienteninformationen
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