Allgemeines


Bei allen neu aufgetretenen Beschwerden sollte zuerst immer der Hausarzt und eventuell der zuständige Facharzt konsultiert werden.
Die aufgeführte Liste kann nur Orientierungshilfen geben, ob und wie Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) bei der Abklärung hilfreich sein können.

Die CT ist ökonomisch günstiger; sie kann Hirngewebe gut, Knochen sehr gut darstellen, ist aber mit einer, wenn auch geringen, Strahlenbelastung verbunden. Bei Kindern erweist sich die Nähe zu einer Begleitperson (diese darf aber nicht schwanger sein!) während der Untersuchung oft als hilfreich.

Die MRT ist teurer; ihre Darstellung des Hirngewebes ist derzeit unübertroffen. Feine Knochenstrukturen werden von ihr aber schlechter erfaßt. Bei kleinen Kindern ist oft eine Sedierung nötig (Anästhesiebereitschaft!). Zu denken ist auch an Klaustrophobie und eine erhaltene Kooperationsfähigkeit von Patienten (z.B. erweisen sich Patienten mit vorangeschrittener Alzheimer-Erkrankung oft als nicht untersuchbar!).

Als grobe Regel kann für die Analyse des Hirngewebes folgende Maxime gelten: Je feiner die zu erwartenden Veränderungen, desto eher wird die MRT zu bevorzugen sein, bei groben Veränderungen reicht oft die CT. In vielen Fällen kann daher der Vorzug für eine bestimmte Methode nur individuell abgestimmt werden; in diesen Fällen geben wir im Folgenden CT oder MRT an.

Gehirn

Kopfschmerz:
Meist Spannungskopfschmerz, häufig auch Bluthochdruckfolge. Bei hartnäckigem Bestehen zum Ausschluss anderer Ursachen (z.B. Tumor, Gefäßmißbildung, Abbau, chronische Veränderungen bei Bluthochdruck, Nasennebenhöhlenprozeß): CT oder MRT

Leistungsabfall - Vergeßlichkeit - Morbus Alzheimer:
Meist zuviel Streß oder seelische Belastungen. Zum Ausschluss eines vorzeitigen Hirnabbaus (z.B. Alzheimer Erkrankung) CT oder MRT (ggf. auch PET)

Schlaganfall:
Je nach Schwere nur kurze Störungen z. B. der Sprache oder des Sehens oder flüchtige Lähmungen von Gesicht, Arm oder Bein ("Schlägelchen") bis hin zu schweren, dauerhaften Lähmungs- und Ausfallserscheinungen. Je leichtgradiger die Störung, um so eher wird eine MRT empfohlen; je schwerer, desto mehr wird die CT bevorzugt (schneller, besserer Patientenzugang und bessere Überwachung).

Multiple Sklerose:
Abgeschlagenheit, Leistungsminderung, rasche Ermüdbarkeit. Empfindungsstörungen der Finger oder der Zehen; "Gefühl der rutschenden Strümpfe", Nebelsehen auf einem Auge. Gesichtslähmung oder Gesichtsschmerz: MRT

Unfälle mit Kopfverletzung - Commotio - Contusio:
Bei heftigem Schlag oder Stoß kann es zur Gehirnerschütterung (Commotio), zur Gehirnquetschung (Contusio), zum Schädelbruch oder zum lebensgefährlichen Bluterguß im Kopf kommen: CT in der Akutphase (besserer Nachweis frischen Blutes, Gaseintritt in den Schädel, bessere Auflösung und empfindlicherer Bruchnachweis bei zarten Knochenstrukturen).

Bei Spätbeschwerden oder Begutachtung nach Unfall wird der höheren Empfindlichkeit wegen die MRT bevorzugt.

Schwindel:
Wenn Regulationsstörungen des Kreislaufs als Ursache ausgeschlossen wurden, ist das Gleichgewichtsorgan in die Abklärung einzubeziehen: MRT

Durchblutungsstörungen:
Hals- und Hirngefäße können mit Hilfe spezieller CT- und MRT-Verfahren ohne Arterienpunktion dargestellt werden: CT- oder MR-Angiographie (CTA oder MRA).

Die MRA stellt das schonendere Verfahren dar (bessere KM-Verträglichkeit, keine Strahlenbelastung; Vertretbarkeit auch bei Schilddrüsenerkrankungen). Klaustrophobie und Kontraindikationen sowie ausreichende Kooperationsfähigkeit sind aber zu beachten.

Die CTA zeigt höhere geometrische Genauigkeit und vermag die für eine Aufdehnung des Gefäßes wichtigen Verkalkungen präzise zu lokalisieren und zu quantifizieren. Auch hier sind die üblichen Kontraindikationen (Jodintoleranz, Schilddrüsenerkrankungen, Schwangerschaft) zu beachten.

Auge

Sehstörungen:
Sobald eine Veränderung außerhalb des Auges selbst (z.B. Sehnerv, Hirnanhangsdrüse, Schlaganfall, Tumor) erwogen werden muß: MRT

MRT einer Augenhöhlenentzündung 



Nase und Nasennebenhöhlen

Riechstörungen:
Wenn der HNO-Arzt Entzündungen der Nase und der Nasennebenhöhlen ausgeschlossen hat: CT oder MRT.

Nasennebenhöhlenentzündung:
Nach Konsultation des HNO-Arztes bei entsprechenden Beschwerden oder im Rahmen der sog. Herdsuche. Auch bei hartnäckigen Beschwerden im Nasen-Rachenraum. Abklärung von Kopfschmerzen: CT

Ohr

Hörstörungen (-minderungen), Hörsturz, Ohrgeräusche (Tinnitus):
Nach Empfehlung des HNO-Arztes, sofern ein Tumor des Hörnerven in Betracht kommt: MRT
Bei Veränderungen im Bereich des Mittelohres (z.B. Cholesteatom) und des Felsenbeines (z.B. Fraktur): CT

Gesicht

Trigeminusneuralgie:
Anfallsartige, heftige Schmerzen in der Umgebung des Auges, des Wangenbereiches. Nach Empfehlung des Neurologen (vgl. auch Gefäße, MS): MRT

Gesichtslähmung:
Nach Empfehlung des Neurologen: MRT

Kiefergelenk

Kiefergelenksstörungen:
Knackende Geräusche oder Schmerzen im Kiefergelenk beim Kauen; manchmal auch Ohrgeräusche: MRT

Tumornachsorge

In der Tumornachsorge sollten alle diagnostischen Maßnahmen sorgfältig mit dem Hausarzt oder dem betreuenden Onkologen abgestimmt werden.

Interventionelle Therapie

Für den Fall der Notwendigkeit interventioneller, minmal-invasiver Maßnahmen wie beispielsweise der Embolisation eines Aneurysmas der Hirngefäße besteht eine enge Kooperation mit dem Radiologischen Zentralinstitut der Städtischen Kliniken Frankfurt-Höchst (www.skfh.de), wo diese Maßnahmen durch einen erfahrenen Neuroradiologen durchgeführt werden können (Tel. Anmeldung/Informationen: 069-31062818).