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Allgemeines |
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Die häufigsten Gelenkbeschwerden haben ihre Ursache in einer Verletzung der Gelenkkapsel, benachbarter Sehnen, des Knorpels alleine oder zusammen mit seinem Knochensockel. In vielen Fällen wird Ihr behandelnder Arzt schon durch seine Tast- und Blickuntersuchung eine recht genaue Vorstellung davon gewinnen, welche Komponenten und wie schwer sie verletzt sind. Oft kann auch die Ultraschalluntersuchung wichtige Zusatzinformationen liefern. Die früher sehr weit verbreitete Röntgendiagnostik hat dagegen - vom Nachweis von Brüchen einmal abgesehen - ihre Bedeutung weitgehend eingebüßt.
Nach übereinstimmender Meinung der Literatur sollte für die Diagnostik schwerer Gelenkschäden auf die MRT nicht verzichtet werden, denn mehrere Studien haben bewiesen, daß mit zunehmender Schwere die Verletzungen in ihrem Ausmaß und die an der Verletzung beteiligten Strukturen auch vom erfahrenen klinischen Untersucher unterschätzt werden.
Die MRT kann Sehnen, Kapselstrukturen, Gelenkscheiben (Disken und Menisken), Muskelansätze, Knorpel, Knochen und Gelenkergüsse hervorragend darstellen; sie kann wie kein anderes Verfahren Reizzustände dieser Strukturen aufdecken und bei den Ergüssen nicht selten sogar eine Blutbeimengung erkennen.
In aller Regel erfolgt diese Diagnostik ohne invasive Maßnahmen (allenfalls intravenöse KM-Gaben sind bei der Schulter die Regel, aber kein Muß!). Bis auf die Diagnostik von Schulter- und Ellbogengelenk liegt der Kopf des Patienten während der Untersuchung im Freien, so daß auch klaustrophobe Patienten streßfrei untersucht werden können.
Knie-, Hüft-, Schulter-, Ellbogen-, Hand- und Fußwurzelgelenke sind mit der MRT unter Verwendung spezieller Spulen ausgezeichnet zu untersuchen.
Gerade die Frage nach dem Meniskusriß im Bereiche des Kniegelenkes, z.B. nach Sturz beim Skifahren oder sonstigem Sport, kann heute als Standardindikation für die MRT angesehen werden.
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Wann MRT und wann Arthroskopie? |
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Die MRT sollte bei ausgeprägten und hartnäckigen Beschwerden eingesetzt werden; schon aus ökonomischen Gründen verbietet sich ihr Einsatz bei Bagatelltraumen. Die Arthroskopie, d.h. der Blick mit einer Spezialoptik in das Gelenk, stellt ein invasives Verfahren mit den dazugehörigen Risiken (insbesondere dem Narkose- und Infektionsrisiko) dar. Die Arthroskopie sollte heute dann eingesetzt werden, wenn von vorneherein klar ist, daß während der Arthroskopie ein Schaden operativ beseitigt werden kann oder wenn eine MRT die Ursache von Gelenkbeschwerden nicht zu klären vermochte. Gerade die milden Knorpel-Schäden sind z.B. in der MRT nicht sicher zu erkennen. Manchmal kann es vorkommen, daß in der MRT der Verdacht auf einen Meniskusriß geäußert wird, der dann bei der Arthroskopie nicht gesehen wird. Oft resultiert diese Diskrepanz aus der Tatsache, daß die Arthroskopie nur die Oberfläche beurteilen kann, während die MRT in den Binnenraum des Meniskus schaut und daher gewissermaßen schon das drohende Rupturereignis vorhersieht.
MRT und CT
Die CT wird heute nur bei prothetischen Vorhaben (Planung der Prothese eines Knochens) eingesetzt oder wenn Kontraindikationen gegen eine MRT bestehen (z.B. Schrittmacher). Feine schalige knöcherne Absprengungen können der MRT entgehen. Zu ihrem Nachweis sowie zur Darstellung von Kalkniederschlägen ganz allgemein wird man die CT vorziehen. Dies ist aber nur selten der Fall.
MR-Arthrographie
Für die optimale Detailerkennbarkeit im Gelenkbinnenraum wird eine MR-Arthrographie durchgeführt. Hierzu wird eine Flüssigkeit in die Gelenkhöhle gespritzt. Wir führen diese Applikation meist ct-gesteuert in Lokalanästhesie durch, um ganz sicher zu gehen, daß die Nadel korrekt im Gelenk liegt. Nach Instillation der Flüssigkeit erfolgt dann die MRT.
MRT und Funktionsuntersuchungen
Derartige Untersuchungen erfordern spezielle (antimagnetische) Haltevorrichtungen. Sie sind aber, falls gewünscht, im Rahmen des vom Gerät vorgegebenen Spielraumes prinzipiell möglich.
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Die Gelenke |
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Schulter |
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Bewegungsstörungen der Schulter sind nicht selten auf Risse in der Kapsel und der plattenförmigen Sehnen zurück zu führen, die den Oberarmkopf bedecken (Rotatorenmanschette). Diese Risse können mit der MRT sichtbar gemacht werden.
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MRT der Schulter Rotatorenmanschettenruptur (Pfeile) |
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Ellenbogen |
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Beim Ellbogengelenk geben Streck- und Beugedefizit oder der Tennisellenbogen Anlaß zur Untersuchung. Je nach Fragestellung kommen auch hier sowohl MRT als auch CT zum Einsatz.
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Hand |
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In der Handwurzel können Beschwerden nach ungewohnter Dauerbelastung oder nach Zerrungen auftreten. Röntgenologisch nicht sichtbare Brüche treten nicht selten im MRT durch das Ödem des benachbarten Knochenareals deutlich zutage. Auch die Diskusschäden zwischen Handwurzel und Elle können präzise erfaßt werden, eine wichtige Hilfestellung für eine optimale Therapie.
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MRT Handgelenk mit Schädigung des Mondbeins (Lunatummalazie) |
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Hüftgelenk |
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Die Erkrankungen im Bereich des Hüftgelenkes sind häufig durch Verschleiß/Arthrose bedingt. Hier genügt in der Regel die konventionelle Röntgenuntersuchung. Bei speziellen Fragestellungen, wie zum Beispiel Durchblutungsstörungen des Knochens (Hüftkopfnekrose) oder Weichteilveränderungen in der Umgebung des Hüftgelenkes, kommt die MRT zum Einsatz. Bei speziellen Hüftgelenksprothesen wird für die Anfertigung individuell für den Patienten angefertigter Prothesen die CT zur präoperativen Planung verwendet.
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Kniegelenk |
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Bei Kniegelenksbeschwerden wird nach der klinisch-orthopädischen Untersuchung als nächster diagnostischer Schritt in der Regel die MRT eingesetzt. Die rein diagnostische Arthroskopie wurde inzwischen von der Kernspintomographie in der diagnostischen Kaskade verdrängt, da in der MRT Schäden der Menisken, der Bänder, des Knorpels und der Gelenkhaut mit sehr hoher Empfindlichkeit erkannt werden können.
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MRT eines Kniegelenkes mit Meniskusriß (Pfeile)
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Fuß und Sprunggelenk |
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Bei den Fußwurzel- und Sprunggelenksuntersuchungen geht es um den Nachweis von Sehnen- und Bänderrissen und um den Nachweis spezieller kleiner Absprengungen, z.B. aus dem Sprungbein (Osteochondrosis dissecans) nach einem Umknicken des Fußes. Hier kommen sowohl die MRT bei Frage nach Weichteilverletzungen als auch die CT bei Frage nach Knochenverletzungen zum Einsatz.
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MRT des Sprunggelenks mit Sehnenriß (Pfeil) |
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Kiefergelenk |
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Auch das Kiefergelenk kann Verschleißerscheinungen (Arthrose) aufweisen; zudem besitzt es eine Gelenkscheibe (Diskus), die degenerieren oder deren Kapselbefestigung gelockert werden kann. Alle diese Veränderungen sind häufig mit erhebliche Beschwerden beim Kauen verbunden. Die Diagnostik dieser Schäden gehört ebenfalls nach Maßgabe der Empfehlung durch einen Kieferorthopäden zum Aufgabengebiet der MRT.
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