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Vorsorge mit der MRT besticht durch ihre
- hohe Leistungsfähigkeit - Freiheit von Röntgenstrahlung - Übersichtlichkeit der Darstellung
Trotz der faszinierenden Anschaulichkeit der MR-Bilder, erfordert die richtige Interpretation viel Erfahrung. 1983 wurde die MRT in Frankfurt von unserer Gemeinschaftspraxis eingeführt. Seit ihrer Gründung haben wir immer auf den hohen Ausbildungs- und Erfahrungsstand unserer Partner allergrößten Wert gelegt und mit erheblichen Anstrengungen darum gekämpft, das jeweils modernste MR-Gerät einsetzen zu können.
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Wie funktioniert MR-Vorsorge? |
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Bei dieser Untersuchung wird der ganze Körper mit der MRT dargestellt. Dank modernster Hard- und Software gelingt das in einer Geschwindigkeit, die wir noch bis vor kurzem für unmöglich gehalten hätten. Als Daumenregel gehen Sie bitte von einem Zeitbedarf für den ganzen Körper von 40 bis 70 Minuten aus.
Allgemeine Ausführungen zur MRT Animation des Untersuchungsablaufs der Ganzkörper-MRT [1.900 KB]
Hier seien nur einige wesentliche Stichpunkt wiederholt:
Träger eines Herzschrittmachers dürfen nur in eigens spezialisierten Einrichtungen mit der MRT untersucht werden. Träger von elektromagnetisch arbeitenden Implantaten brauchen eine Unbedenklichkeitserklärung für die MRT durch den Hersteller.
Bedingte Gegenanzeige: Klaustrophobie (Angst vor engen Räumen) Kontrastmittelallergie
Die Klaustrophobie kann mit angstlösenden Medikamenten (Anxiolyticum) wirkungsvoll beseitigt werden, allerdings dürfen Sie dann am gleichen Tage nicht mehr selbst ein KFZ führen. Bei bekannter Medikamentenabhängigkeit sollten diese Medikamente nur nach Absprache mit Ihrem betreuenden Arzt gegeben werden.
Bitte befolgen Sie im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit sorgfältig alle Warnhinweise und die Anweisungen des Personals.
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Kopf |
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Was kann die MR-Vorsorge erkennen:
1. Abbauveränderungen des Hirngewebes 2. Durchblutungsstörungen 3. Gefäßleiden und Gefäßfehlbildungen 4. Tumoren
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1. Hirnleistungsstörung |
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Geistiger Abbau Demenz Hirnatrophie
Krankeitstypen:
Prozessdemenz (z. B. Alzheimer Erkrankung)
Vaskuläre Demenz (z. B. Multiinfarktdemenz)
Vor dieser Gruppe von Erkrankungen haben die „reiferen Jahrgänge“ Angst. Leider erweist sich diese Sorge mit zunehmendem Alter als sehr berechtigt und durch die ständig steigende Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung werden immer mehr Menschen in ihren Bannkreis gezogen.
Fakten: 250 Demenzkranke/100 000 Einwohner/Jahr. Jährliche Neuerkrankungen: etwa 50/100000. Ca. 50% Alzheimer Erkrankung. Ca. 20% durchblutungsbedingte Demenzen. In der Altersgruppe der über 65 jährigen beträgt der Anteil Demenzkranker 4 – 8 %; von Dekade zu Dekade deutlich zunehmende Häufigkeit.
Mit der steigenden Lebenserwartung gewinnt dieser Erkrankungstyp an sozialmedizinischem Gewicht und vor allem durch die damit verbundenen Pflegekosten ökonomische Brisanz. In den Vereinigten Staaten werden die Folgekosten für Demenzkranke mit 100 Milliarden $ veranschlagt, wobei bis zum Jahr 2025 eine Verdoppelung der Zahl Demenzkranker prognostiziert wird.
Ihre Ursachen kennen wir nicht und von einer wirksamen Therapie sind wir noch weit entfernt.
Was gewinnen wir mit der MR-Vorsorge? Sie kann gefäßbedingte von prozesshaften Hirnleistungsstörungen unterscheiden. Diese Differenzierung hat bedeutsame Konsequenzen, denn für die gefäßbedingte Demenz gibt es wirksame Behandlungsmöglichkeiten, während für die Prozessdemenzen diese Option allenfalls in den frühen Kinderschuhen steckt. Aber auch die Erfassung z. B. einer Alzheimer-Erkrankung hat trotz der beklagenswerten therapeutischen Ohnmacht durchaus Bedeutung, da sie die individuelle und familiäre Lebensplanung beeinflussen kann.
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3D-Rekonstruktion eines Gehirns Atrophie
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2. Hirndurchblutungsstörung |
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(Cerebrale Durchblutungsstörung) Hirnarteriosklerose Schlaganfall Die MR-Vorsorge kann mit Hilfe der sog. MR-Angiographie:
Durchblutungsstörungen Gefäßverengungen Gefäßabbrüche Gefäßaussackungen (Aneurysma) Gefäßfehlbildungen (Angiome)
an den Hirnschlagadern (Hirnarterien) ohne Kontrastmittel und Spritze feststellen.
Wie später ausführlich besprochen, spielen auch die Körperarterien und das Herz eine wichtige Rolle als Gefahrenquelle für einen Hirninfarkt. Diese Gefäße lassen sich ebenfalls hervorragend abbilden, allerdings wird dabei intravenöses Kontrastmittel gebraucht. Eine Punktion einer Arterie (Schlagader) erfolgt nicht!
Wichtigste Ursache der cerebralen Durchblutungsstörung ist die Arteriosklerose. Sie wirkt auf mehreren Ebenen. Sie kann die Hirngefäße selbst betreffen und zu deren Verengung bis zum Verschluss führen. Ebenso bedeutsam sind aber arteriosklerotische Veränderungen in den Halsschlagadern (A. carotis). Hier kann es wiederum zur Verengung bis zum Verschluss kommen oder die Wandauflagerungen (Plaque) reißen ein, ihr Inhalt wird mit dem Blutstrom verschleppt, gelangt in die kleinen Blutgefäße des Gehirns und verstopft diese (Embolie, embolischer Hirninfarkt). Eine weitere, wichtige Emboliequelle stellt das Herz dar. Schädigungen der Herzbewegung fördern die Gerinnselbildung in den Herzkammern. Auch diese Gerinnsel können plötzlich und unerwartet ausgeschwemmt werden und zum embolischen Hirninfarkt führen. Ähnliche Entstehungsmechanismen kennen wir von pathologisch erweiterten Gefäßen (Aneurysma der Brust- und/ oder Bauchschlagader).
Fakten: 200 bis 350 neue Schlaganfälle/Jahr/100 000 Einwohner. Jährlich ca. 66 000 Todesfälle durch einen Hirnschlag in der BRD Jährlich ca. 66 000 Pflegefälle durch Hirnschlag (Hirninfarkt).
Die „sieben apokalyptischen Reiter“ oder medizinisch genauer, die Risikofaktoren:
Bluthochdruck (Hypertonie) Zuckerkrankheit Störung des Fettstoffwechsel (Hyperlipid-/- cholesterinämie Nikotinmissbrauch Bewegungsmangel Übergewicht (Fettsucht) Arteriosklerose
wüten mit Furcht erregendem Erfolg in der Todesursachenstatistik herum. Die Arteriosklerose mit ihren Folgen, vor allem dem Herz- und Hirninfarkt, führt die Todesursachenstatistik mit weitem Abstand an! Daneben verursachen sie im Gesundheitssystem Schwindel erregende Folgekosten.
Die Arteriosklerose mit Hirn- und Herzinfarkt ist die Todesursache Nr.1
Nikotinmissbrauch (N.-abusus) steigert das Risiko des Hirninfarkts auf das Dreifache.
Leider wird die Bedeutung dieser Risikofaktoren und des Schlaganfalls in der Bevölkerung noch nicht angemessen wahrgenommen. In der Todesursachenstatistik nimmt er mit 15% eine bedeutende Position ein. Aber auch wenn er überlebt wird, bleiben für den Betroffenen und seine Angehörigen nicht selten gravierende Folgen, manchmal bis zu völliger Pflegebedürftigkeit. Selbst geringere Bewegungsstörungen oder Beeinträchtigungen der Sprache stellen im Alltag eine zumindest lästige Behinderung dar. Die Betroffenen erleiden in der Regel eine erhebliche Einbuße ihrer Lebensfreude.
Bitte immer daran denken: MR-Vorsorge bringt wichtige Erkenntnisse. Diese bleiben aber nutzlos, wenn Sie daraus nicht die notwendigen Konsequenzen für Ihre Lebensführung ziehen. Diese immer wiederkehrenden Empfehlungen fassen wir hier etwas salopp zusammen als:
Therapeutische „Quint“-essenz:
Bewegung Nahrungsoptimierung (Gewichtsoptimierung) Nikotinverzicht Blutdrucknormalisierung, Blutzucker und -fettnormalisierung.
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3D-Gefäßdarstellung Hirngefäße
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3. Gefäßleiden und -fehlbildungen |
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Der Nachweis verengter oder verschlossener Gefäße ist besonders dann segensreich, wenn er gelingt, bevor ein Schlaganfall aufgetreten ist! Denn dann kann eine Therapie (vgl. oben, therapeutische Quintessenz) eingeleitet werden, die nicht selten den Eintritt dieser Katastrophe abwenden kann.
Aneurysma der Hirngefäße: (Hirnarterienaneurysma; HAA) Fakten: Aneurysmen (Aussackungen) der Hirngefäße kommen häufiger als gedacht vor. Ca. 2% der erwachsenen Bevölkerung ; in Deutschland ca. 1,5 – 2 Millionen Aneurysmaträger. Angehörige ersten Grades eines Aneurysmaträgers haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, selbst betroffen zu sein (4%). Die Mehrzahl der Aneurysmen reißt in der 4. bis 6. Dekade auf. Dieser Riss führt zur gefürchteten Aneurysmablutung und stellt 75% der sog. Subarachnoidalblutungen (Blutung in die weiche Hirnhaut) und der Blutungen in das Hirngewebe. Pro 100 000 Einwohner ist mit 5 – 10 Subarachnoidalblutungen zu rechnen. 50% dieser Patienten versterben in den auf das Ereignis folgenden 28 Tagen (viele bevor sie das Krankenhaus erreichen).
Hirnaneurysmen bleiben lange stumm; Beschwerden (Kopfschmerz, Lähmung von Hirnnerven etc.) sind meistens Spätsymptome.
Vor Aufnahme sportlicher Aktivitäten, insbesondere bei Joggern oder hohem Kraftanteil im Training halten wir den
Gefäß- und Aneurysmacheck
für sinnvoll; er ist daher Teil der MR-Sport-Vorsorge.
Sehr kleine Aneurysmen können der MR-Angiographie entgehen. Sofern Sie einer „Hochrisikofamilie“ entstammen, sollten Sie die Frage der invasiven Katheterangiographie mit Ihrem betreuenden Arzt besprechen, da hier Chancen und Risiken sehr individuell gegeneinander abgewogen werden müssen.
Gefäßfehlbildung Venöse Angiodysplasie Angiom In ihrer einfachsten Variante, der sog. venösen Angiodysplasie, sind sie recht häufig und bleiben klinisch in aller Regel ohne Bedeutung. Sie sind meist nur nach Gabe von KM erkennbar, d.h. der klassischen MR-Vorsorge werden sie entgehen. sie sind selten und in der Mehrzahl klinisch stumm.
Auch Angiome sind oft klinisch stumm. Symptomatische Angiome äußern sich durch Kopfschmerz, neurologische Ausfälle oder durch die gefürchtete Hirnblutung.
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4. Hirntumor: |
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Die Entdeckung von Hirntumoren gelingt bei der MR-Vorsorge mit hoher Empfindlichkeit.
Fakten: 6 – 7 Erkrankungen/100 000 Einw./pro Jahr 3200-3700 Neuerkrankungen in der BRD. Zu unterscheiden sind a) hirneigene Tumoren; ca. 60%. b) Hirnmetastasen; ca. 40% (4). Hirnmetastasen treten bei über 30 000 Tumorpatienten auf (6).
Bei einer Tumorerkrankung in der Vorgeschichte, bei der eine Tumorart mit der Neigung zu Hirnmetastasen bekannt ist, sollte diese Frage aber nicht im Rahmen der Vorsorge, sondern im Kontext des für diese Tumorart üblichen Nachsorgeschemas als diagnostische Leistung geprüft werden. Metastasen werden durch den Einsatz spezieller Kontrastmittel sehr viel empfindlicher nachgewiesen.
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Kopfschmerz |
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Der Kopfschmerz stellt ein Symptom dar, das den Betroffenen zum Arzt führen sollte, um diesen gezielt abzuklären. Er gehört damit nicht in die Diskussion der Vorsorge.
Er soll dennoch an dieser Stelle kurz gestreift werden, weil die Klage über Kopfschmerz weit verbreitet ist (sie nimmt den Spitzenplatz in der Häufigkeit der Beschwerden ein, die zum Besuch des Hausarztes führen). Oft bestehen die Beschwerden schon lange; nicht selten werden sie vom Betroffenen auch verdrängt. Daher soll die Rolle der MRT in diesem Grenzbereich zur Vorsorge kurz beleuchtet werden.
Die Vorsorge mit der MRT kann eine Reihe möglicher Ursachen erkennen: Entzündungen der NNH (Nasennebenhöhle) Hirntumor Gefäßfehlbildung Verschleißerscheinungen der Halswirbelsäule
Es sei aber ausdrücklich betont, dass ein normaler MRT-Befund allein keinesfalls als ausreichend für eine ordnungsgemäße Kopfschmerzabklärung gelten kann. (Viele andere Möglichkeiten wie Hochdruck, Sehstörungen, Kauprobleme, Fehlstatik, psychosoziale Konflikte u. a. bedürfen der Abklärung durch entsprechende Spezialisten, wobei nicht selten interdisziplinäre Anstrengungen erforderlich sind!)
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Auge und Augenhöhle |
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Die Aufgaben der MR-Vorsorge bleiben in dieser Körperregion eher begrenzt. Die Entdeckung einer Entzündung oder eines Tumors der Augenhöhle (z.B. eines Blutschwamms) oder des Auges selbst (z. B. eines Melanoms der Aderhaut) bevor diese zu Krankheitserscheinungen führen, dürfte die Ausnahme bleiben
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Nase und Nasennebenhöhlen (NNH) |
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Riechstörungen und Behinderungen der Nasenatmung werden meist schnell vom Betroffenen registriert und führen zum Arztbesuch. Gegenstand der Vorsorge sind diese Krankheitserscheinungen in der Regel nicht. Sie werden oft begleitet, manchmal auch unterhalten durch Veränderungen der Nasennebenhöhlen, die im Folgenden kurz vorgestellt werden sollen.
Sekretspiegel in den NNH, d.h. Flüssigkeitsansammlungen gehen meist mit Krankheitsgefühl einher und sind damit meist nicht Gegenstand der Vorsorge.
Schleimhautschwellungen der Nasennebenhöhlen sind in der MRT nicht zu übersehen. Bei geringer Ausprägung und fehlender Klinik haben sie in der Regel untergeordnete Bedeutung. Im Zusammenhang mit einfachem Schnupfen, bilden sie sich nach dessen Abklingen in der Regel zurück und sollten nicht überbewertet werden.
Grobe Schleimhautschwellungen, insbesondere solche, die die Lichtung einer Nebenhöhle oder deren Ausgang verlegen, stellen demgegenüber einen behandlungsbedürftigen Befund dar, da in dieser Situation mit erhöhter Gefahr einer sog. Superinfektion gerechnet werden muss.
Kommt es z. B. bei einem solchen Infekt zur raschen Drucksteigerung, resultieren u. U. heftige Kopfschmerzen. Bei geringem, aber stetigem Druck kann es zur Ausbildung einer Mukozele, gewissermaßen einer Schleimblase kommen mit Ballonierung der betreffenden Nasennebenhöhle. Die akute Nebenhöhlenentzündung mit Ausbildung einer Eiteransammlung (Sekretspiegel) geht mit erheblichen Krankheitssymptomen einher und bleibt damit außerhalb dieser Vorsorgebetrachtung.
Tumoren der Nasennebenhöhlen sind selten, können aber im Anfang stumm sein und werden durch die MR-Vorsorge, von den ganz frühen, rasenartig wachsenden Stadien einmal abgesehen, durchaus zuverlässig erkannt.
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Äußeres und inneres Ohr |
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Hörminderungen, Ohrensausen (Tinnitus) und Schwindel Diese Zeichen sind Krankheitssymptome und somit kein Gegenstand der Vorsorge sondern bedürfen exakter Abklärung durch den HNO-Arzt oder Spezialisten anderer Disziplinen und nach deren Rat ggf. der diagnostischen MRT unter Einsatz von Kontrastmittel.
Überraschend viele Menschen merken leichtere, manchmal auch mittelgradige Formen der Hörminderung nicht. Die Ohrkapsel wird bei der MR-Vorsorge erfasst und nicht selten werden Mittelohrentzündungszeichen oder sog. Cholesteatome gefunden, ohne dass der Untersuchte von seinem Ohrproblem weiß.
Schwindel ist ein Krankheitssymptom und hat in der Vorsorgediskussion eigentlich keinen Platz. Die MR-Vorsorge kann einige der möglichen Ursachen aufdecken: Cerebrale Durchblutungsstörungen Bluthochdruck Hirntumor (sog. Kleinhirnbrückenwinkel) Degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule
Wie beim Symptom Kopfschmerz kann der unauffällige MR-Befund allein als Abklärung von Schwindelzuständen keinesfalls als ausreichend angesehen werden, sondern bedarf der Abklärung durch den klinischen Experten.
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Halsregion |
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Unter Vorsorgeaspekten besitzen in der Halsregion folgende Organsysteme die höchste Bedeutung: Halsgefäße (A. carotis), Rachen Kehlkopf Schilddrüse Lymphknoten Die Halswirbelsäule wird im Zusammenhang mit dem Thema Skelettsystem behandelt werden.
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Halsschlagader |
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Im Zuge der MR-Vorsorge kann die MR-Angiographie Verengungen der Halsschlagader und die Ablagerungen an ihrer Wand (Plaques) gut erkennen. Aussagen zur Rissgefährdung dieser gefürchteten Plaques (siehe auch cerebrale Durchblutungsstörungen) sind in gewissen Grenzen möglich.
Die „sieben apokalyptischen Reiter“ mit der Konsequenz der Arteriosklerose greifen die Halsschlagader (A. carotis) bevorzugt und mit beängstigendem Erfolg an. Vor allem deren Aufzweigungsregion in die sog. innere (Hirn versorgende) und äußere (Schädel versorgende) Hirnarterie (Carotisbifurkation) spielt eine herausragende Rolle. Hier bilden sich gerne jene arteriosklerotischen Auflagerungen (Plaques), die zu zweierlei Risikoszenarien führen können: a) zur Gefäßverengung (Verschluss) mit Drosselung der Blutzufuhr b) zum Einriss dieser Plaques mit Erguss der Plaquebruchstücke in den Blutstrom. Diese werden verschleppt (Embolie), verstopfen ein Hirngefäß und führen zum Hirninfarkt.
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Halsweichteile |
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Rachen- und Kehlkopfkrebs:
Zum Ausschluss der frühen, meist tapeten- oder rasenartig wachsenden Tumoren dieses Organsystems ist die Spiegelung durch den HNO-Arzt erforderlich.
Die MRT erkennt knotige Tumorveränderungen und Lymphknotenmetastasen.
Raucher sollten: a) Am besten das Rauchen sofort einstellen. b) Bei langem Nikotinmissbrauch den HNO-Arzt aufsuchen und die Frage einer Rachen- und Kehlkopfspiegelung klären. c) Bei Symptomen (Husten, Heiserkeit, Abgeschlagenheit, Auswurf) auf rigoroser und ggf. wiederholter Abklärung durch den Hausarzt oder den HNO-Arzt bestehen.
Die MRT kann nur bei eingetretener Katastrophe das Ausmaß des Schadens begutachten (Staging) und nach der Therapie deren Wirksamkeit überwachen; mit Vorsorge haben diese Aufgaben aber nichts zu tun.
Schilddrüse:
Bitte beachten Sie: Die Schilddrüse kann auf zwei ganz unterschiedlichen Wegen erkranken: - sie kann ihre Größe verändern (Kropf, Struma) - sie kann eine Funktionsstörung aufweisen (Über- oder Unterfunktion/Hyper- oder Hypothyreose)
Überfunktion (Hyperthyreose) und Vergrößerung (Struma) sind zwei ganz verschiedene Erkrankungen!
Zur Frage der Funktionsstörung kann die MRT nichts sagen.
Die Vergrößerung der Schilddrüse und deren knotige Veränderungen (Strumaknoten, Knotenstruma) werden in der MR-Vorsorge dagegen präzise erfasst. Deren gut- oder bösartige Natur (Dignität) kann aber nur durch Zellanalyse oder Gewebeprobe ermittelt werden.
Anmerkung: Die klassische Untersuchung der Schilddrüse erfolgt durch Ihren Hausarzt oder Internisten unter Einsatz der Abtastung, der Labordiagnostik und der Sonographie. Dabei können verdächtige Veränderungen gleich durch Punktion abgeklärt werden.
Lymphknoten: Lymphknoten und deren Veränderungen sieht die MRT hervorragend, während sie vom Betroffenen meist erst wahrgenommen, wenn diese Schmerzen bereiten oder wenn sie die Halssilhouette verändern. Die MRT sieht die Lymphknoten ab einem Durchmesser ab 3 bis 4 mm. Kleine (<6 mm), regelgerecht verteilte Lymphknoten werden in der MR-Vorsorge als unauffälliger Befund eingestuft.
Einschränkend gilt zu beachten, dass eine normale Lymphknotengröße einen sog. Mikrobefall durch eine winzige Metastase nicht ausschließt.
Das MR-Gütesiegel: „Normalbefund“ bedeutet bei den Lymphknoten keine 100%ige Sicherheit.
Lymphknoten von mehr als 6 mm werten wir im Halsbereich als vergrößert und sprechen dann vom Lymphom.
Eine solche Vergrößerung ist oft Ausdruck einer Lymphknotenmetastase oder auch einer sog. lymphatischen Systemerkrankung (z. B. Hodgkin-Erkrankung oder Non-Hodgkin-Lymphom), aber nicht immer mit einem Tumorbefall gleichzusetzen, sondern kann auch Ausdruck einer regionalen Entzündung sein. In diesem Fall würde aber die Vorsorge zumindest die Größenrückbildungskontrolle fordern oder, falls diese ausbleibt, die diagnostische Entnahme des Lymphknotens zur Gewebeanalyse empfehlen.
Speicheldrüsen: Eine bedeutsame Vorsorgefunktion der MRT erkennen wir hier nicht.
Schwellungen und insbesondere bedrohliche, knotige Veränderungen werden von den Betroffenen meist recht früh selbst wahrgenommen und führen zur Abklärung durch den HNO-Arzt. Bei soliden Veränderungen kann die Differenzierung von Gut- und Bösartigkeit (Dignitätsbeurteilung) nur durch Zell- und/oder Gewebeanalyse ermittelt werden. In der diagnostischen Abklärung von soliden und zystischen Veränderungen, in der Stadieneinteilung und in der Rückfalldiagnostik bösartiger Veränderungen hat die MRT dagegen einen festen Platz.
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Brustraum |
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1. Brustdrüse – Brustkrebs
Die Brustdrüse gehört nicht zur „Standard“-MR-Vorsorge!
Angesichts der Bedeutung der Brustkrebsvorsorge möge es erlaubt sein, die derzeit gültigen Auffassungen hier vorzustellen: Wie bereits eingangs erwähnt, wird für dieses Organ ein eigenes Früherkennungs-Programm mit Hilfe der Röntgen-Mammographie ins Leben gerufen, die sich als Reihenuntersuchung gut eignet. Sie kennen vermutlich die Diskussionen um pro und contra des Mammographie-Screenings. Fakt bleibt, dass die Größe, mit der der Brustkrebs entdeckt wird, einen - wenn nicht den - entscheidenden Einfluss auf das Überleben, auf OP-Möglichkeiten, Chemotherapie-Notwendigkeiten etc. hat. Die Mammographie trifft allerdings auf Probleme bei Frauen, die einen kräftigen, also „dichten“ Drüsenkörper haben: hier kann die Sensitivität schnell deutlich unter 80 % fallen.
Für solche Frauen wird, außerhalb der gesetzlichen Vorsorge, der Ultraschall empfohlen. Der Ultraschall (= Sonographie) der Brust kann in der Hand des Geübten und mit geeigneten Geräten (Hochfrequenz-Sonographie) bei Frauen mit mammographisch unauffälliger, aber dichter Brust ungefähr noch einmal die gleiche Entdeckungsrate erzielen wie die Mammographie im Durchschnitt aller Frauen (3-5 pro 1000 gesunder Frauen). Allerdings hat auch die Sonographie bei inhomogenem Drüsenkörper ihre Grenzen.
Die MRT konnte in vielen Studien belegen, dass sie eine signifikante Überlegenheit in der Empfindlichkeit gegenüber Mammographie und Sonographie erreicht. Das geschieht mit Hilfe eines Kontrastmittels, das in die Armvene gespritzt wird, und auch solche Tumoren entdecken lässt, die in dichtem und inhomogenem Drüsenköper bei Mammographie und Ultraschall verloren gehen würden.
Für Frauen, die ein besonders hohes Brustkrebsrisiko aufweisen, haben jüngere hochrangige Studien eine klare Überlegenheit der MRT gezeigt.
Das sind Frauen mit: a) mehreren weiblichen Familienangehörigen mit Brustkrebs oder Eierstockkrebs; b) besonders jungen Familienangehörigen mit Brustkrebs (unter 40 Jahre); männlichen Familienangehörigen mit Brustkrebs; c) grenzwertigen (Risiko-)Befunden in früheren Gewebsuntersuchungen der Brust; d) Zustand nach einer Brustkrebstherapie zum Ausschluss der Entstehung von wiederkehrenden Tumoren derselben Brust (=Rezidiven) oder Tumoren der anderen Brust (Zweittumoren).
Insgesamt besteht, wie bei allen besonders empfindlichen Verfahren, auch hier natürlich ein höheres Risiko für die Frau, dass auch Befunde entdeckt und zunächst für krebsverdächtig gehalten werden können, die aber harmlos und unwichtig sind, wie z.B. kleine Entzündungen der Milchgänge oder kleine gutartige Tumoren (Fibroadenom, Adenose). Hierdurch können dann MRT-Kontrolluntersuchungen oder Folgeuntersuchungen wie gezielte Hochfrequenz-Sonographie oder Gewebeentnahmen, typischerweise heute über spezielle Nadeln, notwendig werden.
Rippen, Muskulatur und Wirbelsäule im Brustbereich werden im Umfeld des Skelettsystems betrachtet werden.
2. Herz
Mit der MRT sind wir in der Lage, Form, Funktion, Durchblutung und Bewegung des Herzmuskels sehr detailliert zu analysieren und Störungen aufzudecken.
Fakten: Krebs und Herzinfarkt sind Krankheiten, die im Bewusstsein der Bevölkerung sehr gegenwärtig sind und zu Recht als sehr bedrohlich wahrgenommen werden. Nach Angaben der WHO repräsentiert der Herzinfarkt mit einem Aufkommen von 45% die mit Abstand häufigste einzelne Todesursache auf der Welt. Insbesondere in den Industrienationen dominiert er die Statistik und in den Ländern mit steigender Industrialisierung zeigt er eine deutliche Häufigkeitszunahme.
Bedeutendste Ursache des Herzinfarktes ist die Arteriosklerose und damit treffen wir wieder auf die „7 apokalyptischen Reiter“:. Hochdruck (Hypertonus) Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) Fettstoffwechselstörung Nikotinmissbrauch Bewegungsmangel Übergewicht (Fettsucht) Arteriosklerose
Und die therapeutische Quintessenz: Bewegung Nahrungsoptimierung Nikotinverzicht Blutdrucknormalisierung, Blutzuckernormalisierung Blutfettnormalisierung
In allen Statistiken sind hohe Erfolgsraten mit enormen Entlastungseffekten für den öffentlichen und den privaten Haushalt erkennbar, wenn diese „Quintessenz“ konsequent umgesetzt wird. Es lohnt also, den Kampf gegen den Herzinfarkt auf allen Ebenen zu führen.
MR-Vorsorge für das Herz
Belastungs- (Stress-)freie Analyse
a) Bewegungsanalyse ohne Sress Die einfachste Form der MR-Vorsorge des Herzens stützt sich auf die Bewegungsanalyse des Herzmuskels (Myokard). Dieser Ansatz beruht auf der Erkenntnis, dass die Kontraktion des Herzens in schlecht durchbluteten Arealen mit geringerer Geschwindigkeit und vermindertem Ausmaß erfolgt, d. h. die Bewegungsstörung dient uns als Indikator der zugrunde liegenden Schädigung der Herzkranzgefäße. Dieser Zusammenhang ist wissenschaftlich gut belegt. Die Bewegungsbeeinträchtigung kann mit der MRT quantitativ und qualitativ verlässlich bestimmt werden.
Im funktionsgestörten Herzen kann es zur Ablagerung von Blutgerinnseln kommen. Diese können mit dem Blutstrom verschleppt werden und zum Hirninfarkt führen (vgl. Cerebrale Durchblutungsstörungen). Sowohl die Funktionsstörung wie auch größere Thromben (Blutgerinnsel, Gerinnsel) sind mit der MRT gut zu erkennen.
b) Durchblutung des Herzmuskels (Myokardperfusion) Durch die Gabe von Kontrastmittel, die Messung seiner Anflutung und Auswaschung im Herzmuskel kann die regionale Durchblutung direkt analysiert werden.
Belastungs- (Stress-) Untersuchung Die Empfindlichkeit sowohl der Bewegungs- und der Durchblutungsanalyse wird erheblich gesteigert, wenn das Herz unter Belastung (Stress) untersucht wird. Die Herzbelastung kann wie beim Belastungs-EKG durch Treten auf einem Fahrradergometer provoziert werden. Da diese Methode im MRT sich aber technisch etwas schwieriger gestaltet, wird die Belastung meist durch die Gabe eines sehr gut und schnell steuerbaren Medikamentes herbeigeführt (Pharmakostress). Diese Untersuchungen sind wie sonst auch frei von Röntgenstrahlung und bleiben für den Patienten bis auf die Gabe des Kontrastmittels und des Medikamentes zur Belastungsprovokation völlig risikolos.
Bei allen Vorsorgeuntersuchungen wird strikt darauf geachtet, dass jede Risikobelastung konsequent vermieden wird. Bei der Vorsorge von Infarktgefährdeten erreichen wir mit der Stressuntersuchung so viel Mehrinformation, dass wir Ihnen hier den Einsatz von Kontrastmittel und den eines Stressmedikamentes empfehlen. Selbstverständlich werden wir Ihnen diese Medikamente nur mit Ihrem ausdrücklichen Einverständnis geben. Denn, auch wenn Begleitreaktionen sehr selten sind, sie können im Einzelfall schwer wiegen, und diese Chancen-/Risikoabwägung muss Ihr ureigenstes Recht und Privileg bleiben.
Sollten bei dieser Untersuchung Schädigungsmuster erkennbar werden, können mit Hilfe modernster CT-Geräte (CT-Koronarangiographie) die Herzkranzgefäße selbst dargestellt werden. Hier kommt aber Röntgenstrahlung zum Einsatz, d. h. diese Untersuchung bedarf der „rechtfertigenden Indikation“ im Sinne der Röntgenverordnung (RöV).
Auf das Kalzium-Scoring (oder auch Agatston- Score genannt) sei am Rande verwiesen. Mit dieser spezialisierten Niedrig-Dosis-CT (ohne Kontrastmittel) kann die Risikobehaftung einer bedeutsamen Erkrankung der Herzkranzgefäße in einer wenige Sekunden beanspruchenden Untersuchung abgeschätzt werden. Auch sog. ungünstige Ursprungs- und Verlaufsvarianten der Herzkranzgefäße können auf diesem Wege elegant erkannt werden. Weiterführende Informationen zum Thema Herzuntersuchung mit MRT und CT
3. Brustschlagader
Die MRT, insbesondere die MR-Angiographie erlauben eine sehr schonende Darstellung der Brust- und Bauchschlagader. Der „Gefäß- und Aneurysmacheck“ gehört daher zum Routinerepertoire der onkologischen und der Sportvorsorge mit MRT.
Fakten: Erweiterungen der Brustschlagader (thorakales Aortenaneurysma; TAA) sind deutlich seltener als solche des Bauches (etwa 3% aller Aortenaneurysmen) 5,9 TAA/100 000 Einw./pro Jahr Ursachen sind Altersveränderungen (Arteriosklerose) der Gefäße oft in Kombination mit Hochdruck. Da die Wandspannung bei unverändertem Druck im Zuge der Aufweitung überproportional zunimmt (Gesetz von Laplace) kann sich das Geschehen unter ungünstigen Bedingungen gefährlich aufschaukeln. Kommt es gar zum Riss, dann überleben viele Patienten auch den Versuch der operativen Rettung nicht mehr. Die schleichende Entwicklung eines Aneurysmas wird vom Betroffenen meist nicht bemerkt. Bei Aufnahme von Sport (insbesondere kraftbetonten Sportarten), beim Heben schwerer Gegenstände oder auch beim erschwerten Stuhlgang kann es zum Aufbau hoher Drücke in der Schlagader kommen, die dann diese ungünstige Entwicklung einleiten oder beschleunigen können.
Bei bestimmten Formen des Aneurysmas werden die Schichten der Gefäßwand unterminiert (sog. dissezierendes Aneurysma) und es entwickeln sich zwei Lichtungen. Diese Form kann zu erheblichen Durchblutungsstörungen der Organe (z. B. des Gehirns) führen; da sich in der sog. falschen Lichtung auch Gerinnsel bilden können, steht auch hier die Gefahr der Verschleppung und des Organ- (z. B. Hirn-) infarktes zu befürchten (vgl. auch cerebrale Durchblutungsstörungen).
4. Lymphknoten Hier gelten die Ausführungen zu den Lymphknoten des Halses in analoger Weise. Die kritische Größe der Lymphknoten beginnt hier bei 10 mm.
5. Lunge und Bronchialsystem Die MR-Vorsorge der Lunge, insbesondere für die Früherkennung des Bronchialkarzinoms hat z. Zt. noch keine wissenschaftliche Grundlage, während das sog. Lungenscreening mit der Niedrigdosis-CT auf eine Fülle wissenschaftlicher Analysen (vorzugsweise aus den USA) zurückgreifen kann. Auch hier gelten die Regeln der Röntgenverordnung (RöV). Die MRT ist als Methode der zweiten Wahl anzusehen, macht aber mit ihren Erfolgen zunehmend auf sich aufmerksam, da sie bei völliger Freiheit von ionisierender Strahlung Knoten ab einem Durchmesser von 4 mm entdecken kann und damit der klassischen klassischendamit der klassischen Röntgenaufnahme sehr wohl überlegen ist. Röntgenaufnahme sehr wohl überlegen ist.
Der „Normalbefund“ einer Lunge, die mit der MRT untersucht wurde, hat demnach streng wissenschaftlich keine „befreiende Wirkung“. Im Sinne der Vorsorge wird aber ein entdeckter Lungenknoten mit einer anschließenden Stufendiagnostik sehr sorgfältig abgeklärt: 1. Vergleich mit früheren Aufnahmen 2. Unter bestimmten Voraussetzungen Verlaufskontrolle (Dünnschicht-Hochauflösungs-CT (HR-CT)) 3. Punktion 4. Entnahme (Exstirpation)
Bronchialkarzinom (BC) Fakten: Das Bronchialkarzinom (BC) steht bei Männern an der Spitze der krebsbedingten Todesursachen; bei den Frauen nimmt seine Häufigkeit in den letzten Jahren deutlich zu. 38990 Todesfälle im Jahre 2000 in der BRD. Seine Häufigkeit übertrifft die von Prostata- und Brustkrebs zusammen. Seine sozioökonomische Bedeutung wird augenfällig belegt durch die staatlichen Bemühungen, das Rauchen durch Verbote, insbesondere auch Werbeverbote und durch die Tabaksteuer einzuschränken. Bislang wurde diesen Bemühungen zum Trotz eine Trendwende nicht erreicht.
Während beim Brustkrebs mit der Mammographie eine weitgehend unumstrittene Vorsorgemethode zur Verfügung steht, sind wir beim Brochialkarzinom und dem sog. Lungenscreening mit einer komplexeren Datenlage konfrontiert.
Bei starken Rauchern und einem Alter über 40 Jahren, (d. h. bei sog. Hochrisikopatienten) schließen wir uns den seriösen Statistiken aus den USA mit ihrer Empfehlung zur Niedrigdosis-HR-CT der Lunge an; wir sehen dort die sog. „Rechtfertigende Indikation“ im Sinne der Röntgenverordnung (RöV) als gegeben an.
Sog. Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit und Leistungsknick sollten beim Raucher alle Alarmglocken schrillen lassen; hier geht es nicht mehr um Vorsorge, sondern um konsequente Diagnostik bis hin zur Spiegelung der Bronchien, ggf. mit sog. transbronchialer Probeexzision.
Lungenrundherde Mehr als 40% der pulmonalen Knoten (Lungenrundherde) entsprechen gutartigen Granulomen und Hamartomen (6%). 40% entsprechen bösartigen Neubildungen, davon entfallen zwei Drittel auf das Bronchialkarzinom und 5% entsprechen Metastasen. Die Lunge steht als Filterorgan für die Absiedlungen (Metastasen) zahlreicher bösartiger Tumoren in der Metastasenstatistik an zweiter Stelle nach der Leber; sie kommen bei 20% aller Malignome vor. Wie schon erwähnt, sieht die MRT sog. „Lungenrundherde“ ab einer Dimension von 4 mm. Nicht selten werden solche Knoten zufällig entdeckt und liefern damit den ersten Hinweis auf das Vorliegen eines metastasierenden Tumors. Leider unterscheiden sich kleine Metastasen, das frühe Bronchialkarzinom und Narben des Lungengewebes in ihrem Aussehen in der Bildgebung von CT und der MRT nicht, sondern stellen sich uniform als winzige Knoten dar. Schlimmer noch: mit den modernen Mehrschicht-Spiral-CT-Gräten (MSCT) werden kleinste Knoten im Millimeterbereich mühelos erkannt und es zeigt sich, dass es nahezu keine Lunge mehr ohne Knoten gibt. Solche Ergebnisse sind für die Vor- und Nachsorgebemühungen fatal, weil man „harmlose Schafe“ und „böse Böcke“ nicht mehr unterscheiden kann. In wahrer Sisyphusarbeit sind alle diese manchmal stecknadelkopfgroßen Knötchen einer sorgfältigen Analyse (Form, Dichte, Umgebung etc.) zu unterziehen und nach gut und böse zu klassifizieren. Sonst droht die Gefahr der Überdiagnostik, d. h. zu viele harmlose Knoten werden der Entnahme-Operation zugeführt. Auch wenn diese Entnahme heute als Routineverfahren etabliert ist, ganz ohne Risiko bleibt sie nicht, und dieses „Rest“-Risiko darf nicht ohne rechtfertigende Gründe eingegangen werden.
Die Verlaufsbeobachtung, ein bewährtes Mittel zu solcher Unterscheidung, kann angesichts dieser Miniaturbefunde und ihrer großen Zahl zuverlässig nur noch durch Computeranalyse und –vergleich erfolgen.
Noch sind die Akten nicht geschlossen, ob durch diese extrem sensitive Erfassung solcher punktgroßer Mikroläsionen viel gewonnen wird, zumal sie - je kleiner, desto häufiger - völlig harmlos sind. M. a. W. es bleibt wissenschaftlicher Prüfung vorbehalten, ob der durch die HR-CT erreichte Vorsprung in der Früherfassung derart bedeutsame Unterschiede in der Lebenserwartung und –qualität ergibt, dass er die strahlenhygienischen Bedenken zu überwinden vermag.
Da es sich bei diesen Aufgabenstellungen nicht selten um junge Patienten handelt (Beispiel: Hodentumoren), besitzt die Erstellung einer solchen „Leitlinie“ hohe Dringlichkeit .
Wir hegen die Vermutung, dass die Erfassungsschwelle der MRT von 4 mm für Lungenknoten im klinischen Alltag die Chance einer „praktikablen“ Grenze hat. Kleinere Knoten erweisen sich in großen statistischen Untersuchungen mehrheitlich als gutartig, während der Anteil bösartiger Knoten mit steigendem Durchmesser zunimmt. Von daher erscheint es in einem Normalkollektiv vertretbar, Befunde kleiner/ gleich 4 mm der Konstanzprüfung zu unterwerfen. Bei einem Wert über 4 mm wären dagegen die o. g. Folgemaßnahmen zu bedenken. Es bleibt aber zu betonen: Die wissenschaftliche Sicherung dieser Grenzziehung steht noch aus!
Für Hochrisikopatienten (z. B. onkologische Nachsorge; familiäre Krebsbelastung) mag man empfindlichere Schwellenwerte fordern.
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Bauchraum |
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Leber
Selbst ohne Einsatz von Kontrastmitteln vermag die MRT, Leberherde hochempfindlich zu entdecken und in vielen Fällen auch zu klassifizieren. In diesen Fähigkeiten wird sie von keinem anderen bildgebenden Einzelverfahren erreicht und kommt damit den Erwartungen an eine ideale Vorsorgeuntersuchung schon recht nahe. Funktionsstörungen und diffuse Entzündungszustände der Leber (z. B. Virushepatitis) sind mit der MRT nicht zu erfassen.
Die Leber steht in der Häufigkeit des Metastasenbefalls an der Spitze der Statistik. Häufiger noch als bei der Lunge erweist sich ein zufällig entdeckter Leberherd als erste Manifestation eines bösartigen Tumors. Wichtigster Primärtumor ist der Darmkrebs. Andererseits gibt es in der Leber auch zahlreiche andere herdförmige Veränderungen, die nicht bösartig sind, z. B. die Leberzyste, der sog. Blutschwamm, das Leberhämangiom oder die sog. fokal noduläre Hyperplasie. Im klassischen Fall wird die Differenzierung dieser Herde schon bei der MR-Vorsorge gelingen. Angesichts recht zahlreicher Mischtypen wird es nicht selten erforderlich sein, spezialisierte (z. B. auch kontrastmittelbasierte) MR-Techniken anzuschließen. Anmerkung: Als Standard der bildgebenden Eingangsdiagnostik der Leber gilt die Sonographie durch Hausarzt oder Internist. Hier geht es darum die Rolle der MRT im Rahmen der MR-Vorsorge darzustellen. In der Empfindlichkeit und in der Spezifität ist die MRT der Sonographie überlegen.
Gallenblase und Gallenwege
Die Frage nach Steinen in der Gallenblase kann mit ausgezeichneter Empfindlichkeit beantwortet werden; im Nachweis von Gallengangsteinen ist ihre Nachweisempfindlichkeit geringer, steht aber an der Spitze der nicht invasiven Abbildungsverfahren. Auch Veränderungen der Wand können gut erkannt werden, so dass die klinisch stumme Entzündung und der Tumor erkannt werden können. Anmerkung: Die Frühformen von Gallenblasentumoren wachsen rasenartig und sind erst, wenn sie in das Knotenstadium übergehen, sichtbar. Immerhin erfolgt dieser Umschlag schon lange bevor der Tumor seinen Träger durch Beschwerden warnt! Standard der bildgebenden Eingangsdiagnostik ist für die Gallenblase die Sonographie, die gerade mit hochauflösenden Geräten exzellente Resultate für Steinnachweis und Wandveränderungen liefert. In den Gallenwegen erweist sich die Sonographie als deutlich weniger leistungsfähig.
Milz
Ähnlich der Leber zeigt die MRT auch bei diesem Organ exzellente binnenstrukturelle Auflösung und kann damit herdförmige Veränderungen (Hämangiom, Zyste, Bluterguss, Lymphom) sehr gut erkennen. Die diffuse Milzschwellung, z. B. bei manchen Infektionskrankheiten, vermag sie zwar zu erfassen; weitere artdiagnostische Schlüsse sowie die Abgrenzung gegen bestimmte Bluterkrankungen, die mit einer Milzvergrößerung verbunden sind, kann sie aber nicht ziehen.
Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
Dieses Organ gehört zu den Problemzonen der MR-Vorsorge.
Gerade der Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreas-CA) metastasiert schon bei sehr geringen Dimensionen des Primärtumors. Eine wirksame bildgebende Vorsorgediagnostik für dieses Organ gibt es bisher nicht. Entzündliche Prozesse (Pankreatitis) sind meist durch die Beschwerden, die sie dem Betroffenen bereiten und durch die Labordiagnostik zu erfassen. In den Spätstadien und zur Operationsplanung spielt die MRT eine wichtige Rolle; diese Aufgabenstellung hat aber im Umfeld der Vorsorgediskussion keinen Raum
Nebennieren
Die MRT vermag beide Nebennieren (der Ultraschall meist nur die rechte) sehr zuverlässig und subtil darzustellen, ihre Dimension zu erfassen und knotige Veränderungen zu registrieren.
Nebennierenknoten kommen recht häufig vor (2-9%). Meist entsprechen sie gutartigen Wucherungen (NN-Adenome). In der Regel machen sie keine klinischen Beschwerden und werden auch Inzidentalome (=incidental finding/Zufallsbefund) genannt, weil man gewissermaßen bei der Diagnostik über sie stolpert, wenn der Oberbauch aus anderen Gründen z. B. bei der MR-Vorsorge oder mit dem Ultraschall untersucht wird. Leider werden die Nebennieren aber auch bei bösartigen Tumoren gerne von Metastasen befallen und damit ergibt sich die Notwendigkeit, die harmlosen Inzidentalome von den bösartigen Knoten sicher zu unterscheiden. Nebennierenadenome (Incidentalome) enthalten mehr oder weniger Fett, NN-Metastasen in aller Regel nicht. Da die MRT Fett bis zu sehr geringen Mengen nachweisen kann, gelingt ihr diese für den Knotenträger überaus bedeutsame Unterscheidung recht gut.
Nieren
Die MRT hat im Nachweis umschriebener Nierenveränderungen die höchste Empfindlichkeit und die beste Spezifität. Nierenzysten treten mit zunehmendem Alter häufiger auf; jenseits des 40. Lebensjahres sind sie sehr oft anzutreffen. So einfach ihre Diagnose im klassischen Fall sein mag, so schwierig kann sich die Abgrenzung gegen einen Nierentumor (z. B. Hypernephrom) erweisen, wenn sog. Mischbilder auftreten. Diese Unterscheidung gelingt mit der MRT im Vergleich zu allen anderen Konkurrenzmethoden am besten. Diese Unterscheidung hat für den Betroffenen vitale Bedeutung: Eine Nierenzyste ist harmlos, unerkannter Nierenkrebs endet in der Regel tödlich. Nierentumoren schlagen in der Krebsstatistik mit etwa 4,4% zu Buche. Sie zeigen bei einem Drittel der Fälle schon bei der ersten Erfassung Hypernephrommetastasen. Tumoren ohne Kapseldurchbruch und ohne Metastasen können mit hoher Heilungschance behandelt werden. Kommt es dagegen zum Durchbruch durch die Nierenkapsel, zum Einbruch in Nachbarorgane oder zur Metastasierung dann sinken die Heilungsaussichten dramatisch. Auch aggressive und belastende Therapieformen erreichen dann nur noch mäßige Erfolge und haben keine Heilungschance mehr.
Nieren- und Harnleitersteine sieht die MRT aus physikalischen Gründen schlecht (-> Niedrigdosis-CT). Sofern ein Harnleiterstein zur Abflussbehinderung (Nierenstauung) führt, kann dies von der MRT registriert werden.
Entzündliche Nierenveränderungen gehören nicht zum Spektrum der Vorsorgediagnostik.
Nierenhochdruck
Etwa 20% der Gesamtbevölkerung leiden unter Bluthochdruck und etwa 20% der Hochdruckerkrankungen sind durch eine Nierenerkrankung bedingt. Während in den späteren Lebensjahren der nierenbedingte Hochdruck meist Folge einer Erkrankung des Nierengewebes darstellt, findet sich bei jüngeren Patienten nicht selten eine Verengung der Nierenarterien (Nierenarterienstenose; NAST).
Die Darstellung der Nierenarterien gelingt mit der MR-Angiographie sehr elegant und schonend; im Rahmen der Gefäßvorsorge erfolgt ihre Darstellung routinemäßig.
Bauchschlagader
Mit der MRT und der MR-Angiographie sind die Aorta und ihre Aufweitungen sehr elegant darstellbar. Grundsätzlich erscheint uns der „Gefäß- und Aneurysmacheck“ im vorangeschrittenen Alter empfehlenswert. Dementsprechend werden bei unseren MR- Vorsorgeprogrammen Brust- und Bauchschlagader grundsätzlich berücksichtigt.
Die Aufweitung der Bauchschlagader, das Bauchaortenaneurysma (BAA) kommt mit 9% in der Altersklasse ab 65 Jahren durchaus nicht selten vor. Bedeutsame Prädispositionsfaktoren sind: Alter, Arteriosklerose, Hochdruck, obstruktive Lungenerkrankunge. Wie beim thorakalen Aneurysma entwickelt sich das BAA über lange Zeit klinisch stumm. Alle Faktoren, die zu einer Steigerung des Innendruckes im Gefäß führen, z. B. bei einer Entgleisung eines Hochdrucks oder ungewohnter körperlicher Belastung, können einen Einriss der Wand provozieren und damit in wenigen Minuten eine Situation heraufbeschwören, die nur in einem geringen Prozentsatz der Fälle überlebt wird. Solche Katastrophen stehen in scharfem Kontrast zu neuen, minimal invasiven Behandlungsmöglichkeiten (Stent), die eine ausgesprochen geringe Patienten- und Risikobelastung aufweisen.
Anmerkung: Auch mit der Sonographie kann die Bauchschlagader sehr einfach überprüft werden. Hier geht es jedoch um die Leistungsfähigkeit der MR-Vorsorge auf diesem Gebiet.
Sollte sich ein Aneurysma finden, ergeben sich wichtige Konsequenzen:
Ein bestehender Hochdruck ist energisch zu normalisieren. Sportarten mit Kraft- und Druckspitzen sind grundsätzlich zu vermeiden. Ausdauersportarten sollten nur nach Absprache mit Ihrem Hausarzt oder einem Gefäßchirurgen aufgenommen oder fortgeführt werden; sie sind sehr ggf. vorsichtig zu steigern und ein angemessener Abstand zur Leistungsgrenze ist streng zu beachten. Je nach Ausgangsgröße sind gestaffelte Kontrollen und bei Größenzunahme die operative Sanierung ins Auge zu fassen.
Lymphknoten Hinsichtlich des Lymphknotenstatus und der weiteren Rückschlüsse gilt das für die Halslymphknoten Gesagte.
Beckenorgane
Gebärmutter – Uterus
Myom, Gebärmutterkrebs, Gebärmutterhalskrebs (Uterus-Ca; Cervix-CA)
Fakten: In der Statistik der Krebsneuerkrankungen stehen die der Gebärmutter (Gebärmutterkörper und –hals zusammengenommen) mit 8,5% an dritter Stelle. Grundlage der Vorsorge bleibt die Untersuchung durch den Frauenarzt. Myome, d. h. die gutartigen Geschwülste des Muskelmantels, die bei jeder 4. Frau über 30 Jahren auftreten, werden gut erkannt, spielen aber unter Vorsorgeaspekten kaum eine Rolle. Der Verdacht auf ein Karzinom der Gebärmutter kann sich aus einer atypischen Verbreiterung der Gebärmutterschleimhaut ergeben, die in der MRT gut zu differenzieren ist. In den vorangeschrittenen Stadien dieser Krebsarten spielt die MRT zur Stadieneinteilung (Staging) eine wichtige Rolle.
Eierstöcke (Ovar) Die MRT vermag flüssigkeitshaltige (zystische) und solide (tumoröse) Veränderungen (z. B. Ovarial-Ca) am Eierstock mit hoher Empfindlichkeit zu erkennen. Da sie zudem fettige und blutige Komponenten unterscheiden kann, erreicht sie die höchste artdiagnostische Spezifität der bildgebenden Verfahren. Bei der Dignitätsbeurteilung ovarieller Prozesse mit der MRT sind strenge Maßstäbe anzulegen. Gutartige Qualität setzt zarte, absolut glatte Konturen und homogene Signalgebung des Zysteninhalts voraus. Solide Veränderungen können, von Ausnahmen abgesehen, nur durch eine Gewebeprobe eindeutig klassifiziert werden.
Harnblase Fakten: Harnblasentumoren schlagen bei Frauen in der Statistik der Krebsneuerkrankungen mit 3,6 und bei Männern mit 8,9% zu Buche. Im Rahmen der Vorsorge sind die frühen, rasenartig wachsenden Formen nicht zu erkennen (bei gezieltem Verdacht gelingt deren Nachweis mit sog. dynamischen Kontrastmittelstudien). Knotige Formen, insbesondere solche, die die Blasenwand nach innen überragen oder nach außen durchbrechen werden dagegen gut erkannt.
Prostata Fakten: In der Statistik der Krebsneuerkrankungen führt das Prostatakarzinom mit 20,3%. Sein prozentualer Anteil an den Krebssterbefällen liegt bei 10,2 % und damit nach Lunge und Darm an dritter Stelle bei den Männern. Die Differenz zwischen Neuerkrankungen auf der einen und Sterbefällen auf der anderen Seite beruht auf einem nicht geringen Anteil von Prostatakrebsen, die eine relativ milde Aggressionstendenz zeigen.
In der Vorsorge und Früherkennung des Prostatakarzinoms hat sich die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) mit seinen verschiedenen Fraktionen bisher als unschlagbar erwiesen. Eine Vorsorgefunktion der MRT wird daher heute allgemein nicht gesehen. Eine besondere Bedeutung kommt der MRT zu, wenn ein hoher PSA-Wert gefunden wurde und die Prostatastanzbiopsie keinen Krebsnachweis erbringen konnte. In diesen Fällen gelingt es nicht selten mit Hilfe der MRT, verdächtige Regionen zu identifizieren, die dann einer gezielten Stanzbiopsie zugeführt werden können. Gutartige Vergrößerungen der Prostata (P.-Adenome) werden leicht erkannt, haben aber vor allem unter urodynamischen Gesichtspunkten (Harnentleerungsstörung) Bedeutung und sind daher dem Aufgabengebiet des Urologen zuzuordnen.
Dickdarmdarm
Afterblutung - Hämorrhoidalblutung Dickdarmblutung Dickdarmpolyp - Colonpolyp Dickdarmkrebs – Colon-Ca
Blutungen aus dem After werden allzu leicht als Hämorrhoidalblutung abgetan. Leider hat diese Laxheit manchmal sehr böse, vereinzelt sogar fatale Konsequenzen, da sie nicht als Warnsymptom eines Dickdarmkrebses wahrgenommen werden. Fakten: In der Neuerkrankungs- (17,6 Frauen und 16,3 Männer) und in der Sterbefallstatistik (15,3 Frauen und 12,5 Männer) für Krebs steht der Dickdarmkrebs bei Frauen und Männern an der zweiten Stelle. Mit Hilfe der Darmspiegelung kann seine Häufigkeit durch konsequente Abtragung der Dickdarmpolypen deutlich gesenkt werden. Zu dieser Vorsorge haben sich bekannte Persönlichkeiten aus dem Bereich der Medien (Verona Feldbusch, Harald Schmitt) öffentlich bekannt.
Diesen Bemühungen zum Trotz wird die Spiegelung von der breiteren Öffentlichkeit leider nur sehr zögerlich angenommen. Eine Trendwende in den Krebszahlen ist bislang nicht erkennbar; im Gegenteil die Zahl der Darmkrebssterbefälle zeigt eine unverändert ansteigende Tendenz.
Mit der virtuellen Koloskopie steht eine weniger belastende Methode zur Verfügung, von der wir hoffen, dass sie im Interesse einer Senkung der Darmkrebs-Sterblichkeit besser angenommen wird.
Es handelt sich um eine Niedrigdosis-CT, die nach Reinigung des Darmes und Aufblähung durch Gas (Raumluft oder CO2) durchgeführt wird. Bis auf ein Blähungsgefühl wird sie völlig beschwerdefrei toleriert. Dem Colon-Doppelkontrasteinlauf (KE), der klassischen Röntgenuntersuchung des Dickdarmes, ist diese Methode weit überlegen. Aber auch die virtuelle Coloskopie fußt auf dem Einsatz von Röntgenstrahlen und genügt damit unter Vorsorgeaspekten den gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht. Ihre Strahlenbelastung liegt bei 4 mSv bei Männern und 6 mSv bei Frauen. Hinzu kommt, dass diese Untersuchung bei nachgewiesenem Polypenbefall des Dickdarmes im Zwei-Jahres-Rhythmus wiederholt werden sollte.
Mit der MRT gelingt die virtuelle Koloskopie auch, und zwar ohne jede Strahlenbelastung. Sie erreicht die Sensitivität des CT-basierten Verfahrens nicht ganz, bleibt aber dem KE deutlich überlegen! Da hier angewärmtes Wasser in den Darm eingeführt wird (wie bei einem Einlauf) und nicht Luft, wird die Untersuchung als noch weniger belastend empfunden. Sie setzt aber aus Hygienegründen eine gute Funktion des Schließmuskels voraus.
Diese Untersuchung stellt eine eigenständige Prozedur dar, die sorgfältige Vorbereitung bei Patienten, Arzt und Mitarbeitern erfordert und die allenfalls in Ausnahmefällen mit den klassischen MR-Vorsorge-Programmen kombiniert werden sollte.
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Periphere Gefäße (Becken-Bein-Gefäße) |
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Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist weit verbreitet; ihr Anteil wird mit 4,5 Millionen in Deutschland geschätzt. Die Lebenserwartung verkürzt sich um 10 Jahre, 55% versterben am Herzinfarkt, 11% am Hirninfarkt. Jeder dritte Arteriosklerosepatient ist von einer pAVK betroffen.
Mit Hilfe der MR-Angiographie kann der Zustand der Becken-/Beingefäße genau, übersichtlich und umfassend dargestellt werden. Der Zustand dieser Gefäße darf dabei durchaus als Indikator des „biologischen Allgemeinzustandes“ gewertet werden.
Bei einem problematischen Befund kommt stereotyp wie bei Hirn- und Herzinfarkt die bekannte therapeutische Quintessenz zum Tragen: Bewegung Nahrungsoptimierung Nikotinverzicht Blutdrucknormalisierung, Blutzucker und -fettnormalisierung.
Bewegung bewirkt in diesem Szenario offensichtlich eine Besserung auf vielen Ebenen:
a) Sie wirkt der Arteriosklerose entgegen, b) verbessert die Herzfunktion und - last not least – c) wirkt sich positiv auf eine bei diesen Patienten oft bestehende depressive Grundstimmung aus (die ihrerseits wie in einem Teufelskreis Antriebs- und Bewegungsmangel nach sich zieht).
Auch die chirurgischen und endovasalen Behandlungsformen haben bessere Angriffsflächen und höhere Erfolgschancen, wenn diese Patienten nicht erst im Stadium desolat ruinierter Gefäße zur Therapie gelangen.
Vor diesem Hintergrund halten wir die wenig belastende Ganzkörperangiographie je nach Intensität der Risikofaktoren für empfehlenswert.
Thrombose
Nach der koronaren Herzerkrankung und dem Schlaganfall repräsentiert die tiefe Beinvenenthrombose die dritthäufigste Erkrankung. Ca. 1-2 Fälle/1000Personen/pro Jahr. 200 000 Erkrankungen/pro Jahr in der BRD Die Thrombose der tiefen Beinvenen kann mit der MR-Vorsorge (Sport und Onkologie) entdeckt werden. Meist wird sie durch Beschwerden auf sich aufmerksam machen und zum Besuch des Hausarztes und zu diagnostischer Abklärung durch die sog. Ultraschall-Doppler-Untersuchung führen. In der MRT können sie elegant und ohne Kontrastmittel dargestellt werden; dieser Vorteil wird bislang zumal bei geschwächten Patienten zu wenig genutzt. Diese Thrombosen stellen eine besondere Gefährdung dar, da sie sich lösen und mit dem Blutstrom in die Lunge verschleppt werden können. Dort führen sie zur gefürchteten, manchmal tödlichen Lungenembolie.
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Bewegungsapparat |
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iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiDie gesundheitliche Bedeutung des Sports kann nicht genug betont werden. In der Behandlung nahezu aller „Volkskrankheiten“ nimmt er eine zentrale Stellung ein. Andererseits wird es kaum gut gehen, wenn man von heute auf morgen beschließt, ein „besserer“ Mensch zu werden und mit wildem Enthusiasmus zu joggen beginnt. Muskeln und vor allem Bänder lassen sich gerne aufbauen aber – bitteschön – langsam und mit Bedacht. Hier werden die häufigsten und wichtigsten Fehler gemacht. Es kommt dann zu Sportverletzungen, die die anfängliche Hochstimmung schnell abkühlen lassen und die positiven Effekte vereiteln.
Das muss und soll nicht sein.
Optimal ist eine sportorthopädische und –internistische Voruntersuchung. Als zweitbeste Variante wird man mit „seinem Sport“ beginnen und sehr sorgfältig auf langsamen Trainingsaufbau achten. Bei Beschwerden sollte eher zu früh als zu spät der Orthopäde konsultiert werden.
Mit der MR-Sportvorsorge werden Wirbelsäule, große Gelenke, Hirngefäße und große Gefäße (Gefäß- und Aneurysmacheck) einer Voruntersuchung unterworfen, die auf besondere Gefahrenmomente aufmerksam machen kann. Beispiele: a) Die Stoßbelastung beim Joggen kann bei erheblicher Wirbelsäulen-, Hüft- oder Kniegelenksarthrose durchaus nachteilig wirken. b) Bei schwerer Spinalstenose (enger Rückenmarkskanal) können katastrophale Folgen aus sog. peitschenschlagähnlichen Bewegungen des Halses (Leichtatlethik, Motorsport) resultieren; dabei wirken Kräfte auf das Rückenmark ein, die zu schweren Ausfallserscheinungen bis hin zur Querschnittslähmung führen können. c) Bei einem Aneurysma verbieten sich Sportarten, die mit Druck- und Kraftspitzen einhergehen. Auf einen angemessenen Abstand zur Leistungsgrenze ist zu achten!
Rücken und Wirbelsäule
Bandscheibe (BS) Die MR-Vorsorge kann wie kein zweites Verfahren den Zustand der Bandscheiben beschreiben. Die „Alterung“ der Bandscheibe, die sog. Chondrose wird anhand des Verlustes ihres Wassergehaltes hochempfindlich registriert. Durch diesen Verlust verliert die BS ihre Spannung und der sie einfassende Faserring leiert gewissermaßen aus. Die dadurch resultierende Vorwölbung nennen wir BS-Protrusion. Der gefürchtete Vorfall (BS-Prolaps) beschreibt dagegen den Riss in diesem Faserring. Beide Zustände sind mit der MRT ausgezeichnet zu erfassen.
Wenn Protrusion oder Vorfall längere Zeit bestehen kommt es zu knöchernen Verschleißveränderungen den sog. Spondylosen. Die Kombination degenerativer Bandscheibenveränderungen und der Folgereaktionen am benachbarten Wirbel werden unter dem Begriff der Osteochondrose zusammengefasst. Die entsprechenden Verschleißerscheinungen an den Zwischenwirbelgelenken heißen Spondylarthrose.
Alle diese Veränderungen sieht die MRT recht genau, wobei jedoch das Ausmaß der knöchernen Begleitreaktionen mit der Hochauflösungs-CT (HR-CT) noch subtiler beschrieben werden können. Eventuelle, häufig sehr schmerzhafte Reizungen der Wirbelkörper im Rahmen des Bandscheibenverschleisses mit Knochenödemen können nur mit der MRT erfaßt werden.
Durch Reibung und Druck auf benachbarte Nerven und das Rückenmark führen sie zu Beschwerden, die wir unter dem Begriff steifer Nacken, Hexenschuss, Lumbago, Ischias etc. kennen.
Wirbelkörper Der unerwartete Metastasenbefall des Wirbelkörpers kann mit der MRT hochempfindlich entdeckt werden. Insbesondere bei einer onkologischen Vorsorge wird man diesem Nachweis ein hohes Maß an Aufmerksamkeit schenken.
Rückenschmerz Der Rückenschmerz steht in der Rangfolge der Häufigkeit an zweiter Stelle der Symptome, die zum Besuch des Hausarztes führen. Seine sozialmedizinischen Folgekosten (einschließlich der durch ihn verursachten Verdienstausfälle) sind enorm. Ebenso wie der Kopfschmerz gehört seine Abklärung nicht in den Kontext einer Vorsorge, sondern bedarf konsequenter diagnostischer Abklärung.
Da ebenso wie beim Kopfschmerz nicht wenige Klienten den chronischen Rückenschmerz mit geduldiger Ergebenheit ertragen, werden wir der Wirbelsäule auch im Rahmen der Vorsorge unter diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit widmen. Die MRT repräsentiert z. Zt. das leistungsfähigste bildgebende Verfahren, mit dem wir in einer einzigen Untersuchung alle wesentlichen Bauteile der Wirbelsäule und des Spinalkanales erfassen können.
Lange Knochen
Oberarm Unterarm Oberschenkel Unterschenkel Im Zuge der onkologischen Vorsorge wird hier auf den möglichen Metastasenbefall zu achten sein. Im Rahmen der Sportvorsorge sind Form und Strukturveränderungen bedeutsam.
Gelenke
Schultergelenk Hüftgelenk Kniegelenk Sprunggelenk Die MRT stellt das umfassendste bildgebende Verfahren für die Gelenkdiagnostik dar. Bei der MR-Sportvorsorge wird bei wurfbetonten Sportarten den Schultergelenken, bei lauf- und sprungbetonten den Hüft-, Knie- und Sprunggelenken besondere Aufmerksamkeit zu widmen sein. Ellbogen- und Handgelenk erfordern eigene Spulen und sind daher nicht Bestandteil des Standard-Screenings
Gerade bei Kraft- und Ausdauersportarten haben Veränderungen der belasteten Gelenke u. U. bedeutsame Konsequenzen. Nicht jeder Knorpelschaden geht mit klinischen Symptomen einher; in manchen Fällen besteht eine überraschende Diskrepanz zwischen Zustand der Gelenke und sportlicher Leistungsfähigkeit. In diesen Situationen raten wir, den Rat eines sportmedizinisch versierten Orthopäden einzuholen, denn nicht selten stellt die anfängliche Beschwerdefreiheit gewissermaßen eine Hypothek dar: Sie erlaubt die Fortsetzung der „geliebten“ Sportart oft zum Preis einer voranschreitenden Abnutzung (Arthrose), die dann, wenn sie in das schmerzhafte Stadium übergeht, so weit vorangeschritten ist, dass sie faktisch kaum noch therapeutische Alternativen zum Kunstgelenk übrig lässt.
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Schlussbemerkung |
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Was können wir mit der MR-Vorsorge erkennen und was nicht?
Auch die beste Vorsorge - sieht nicht alles - ist nicht gefeit gegen Fehldiagnosen - bleibt gegen hochdynamische Krankheitsprozesse, die sich explosionsartig entwickeln und ausbreiten, chancenlos.
Lassen wir uns aber von diesen Beschränkungen nicht den Blick für die richtigen Proportionen verderben:
Diese Schwierigkeiten entzünden sich an Einzelfällen. Sie stehen in krassem Gegensatz zur weit überwiegenden Zahl eindeutiger, bedeutsamer und behandlungsbedürftiger Befunde, die auf diesem Wege entdeckt werden können.
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Untersuchungen des Herzens
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